Der Abschlussfilm von Regisseur Lennart Ruff mit Titel "Nocebo" (GoSee berichtete) ist aktuell offiziell im Rennen um den Studenten Oscar wie wir fast unter der Hand bereits auf dem ADC von Lennart erfuhren. Nominiert ist er in der Kategorie "bester ausländischer Spielfilm". Ob es Gold, Silber oder Bronze wird - entschied sich ganz aktuell am 7ten Juni in Los Angeles. Wir gratulieren zu Gold. Hier erneut unser GoSee Interview für Alle die es verpasst haben.
Geboren 1986 in Mannheim wuchs Lennart Ruff in Frankfurt am Main, in Rom und Hamburg auf. Er arbeitete zunächst für verschiedene Werbefilmproduktionen in Hamburg und Los Angeles, anschließend als Set-Aufnahmeleiter und Produktionsassistent für deutsche TV- und Kinofilme. Seit 2007 studiert er Spielfilmregie an der Hochschule für Fernsehen und Film München, sowie 2011 im Aufbaustudiengang Werbung. Wir fragten den jungen Regisseur aus gegebenem Anlass nach seinem Befinden.
Wann hast Du eingereicht? Oder wie müssen wir uns das Procedere vorstellen?
Jede Filmhochschule auf der Welt darf bei der Academy einen Film vorschlagen und ich hatte Glück und bin dankbar, dass die HFF München in diesem Jahr meinen Film ausgewählt hat.
Wer ist in der Jury?
Es gibt ein Committee der Academy, das 10 Filme nominiert. Bei verschiedenen Screenings können Academy Mitglieder dann für die Filme voten. Daraus ergeben sich am Ende die drei Gewinner.
Deine Kategorie war sicher doch ausländischer Film. Wann hast Du erfahren das es klappen könnte?
Vor 10 Tagen haben wir erfahren, dass wir nominiert sind. Diese Woche kam dann der Anruf in den frühen Abendstunden: „This is the academy“. Da ging der Puls natürlich ganz schön hoch.
Was versprichst Du dir von dem Gewinn?
So ein Film ist natürlich immer eine Teamleistung. Ob es die SüdArt Filmproduktion und die MenelaosFilm (meine Produzenten), mein Kameramann Jan-Marcello Kahl, meine Cutterin Ann-Carolin Biesenbach und all die anderen unzähligen Leute sind, die mitgemacht haben: Ich hoffe, dass sich für jeden von uns hierdurch neue Chancen ergeben. Man merkt jetzt schon, dass es ein Türöffner für viele Dinge ist.
Fährst Du zur Verleihung?
Die Academy lädt zu einer Woche L.A. ein die man mit "Industry-activites" verbringt. Die Verleihung findet dann am 7ten Juni bei der Directors Guild of America statt. Dort werden auch viele vom Team und mein Professor Andreas Gruber von der Hochschule sein. Es geht ja auch noch darum, ob wir Gold, Silber oder Bronze bekommen. Aber egal wie es ausgeht: Es ist schon so eine große Auszeichung.
Wo kann man die Gewinner-Filme sehen?
Wir werden immer wieder Screenings haben in den nächsten Wochen und Monaten. Aktuell sind wir mit dem Film im Saatchi&Saatchi New German Directors Showcase wie Ihr ja wißt. Auf den verschiedenen Events wird man ihn also sehen können. ARTE und BR werden als Koproduktionspartner den Film ausstrahlen. Die HFF plant zudem ein Screening in den hochschuleigenen Kinos für Mai/Juni. Bis dahin muss man sich mit dem Trailer begnügen, den Ihr ja auch schon auf GoSee gezeigt habt. Für die anderen Filme empfehle ich Euch die Seite zu den Oscars :
Was ist Dein nächstes Projekt?
Es gibt mit zwei Münchner Filmproduktionen Projekte, die ich gerne machen möchte. Auch mit dem bestehenden Nocebo-Team gibt es natürlich Überlegungen. Ich bin aber grundsätzlich für sehr vieles offen. Ich schreibe nicht selbst, sondern arbeite immer mit Autoren zusammen und freue mich auch hier auf neue Inspiration. Ich arbeite ja auch als Werberegisseur und werde in dem Feld durch DBC Munich vertreten.
Wer hat schon alles – ausser uns – gratuliert?
Es kommen eine ganze Menge absolut beglückender Glückwünsche. Viele Freunde, Kommilitonen, natürlich auch aus der Branche. Alle, die ihres zum Film beigetragen haben, sind natürlich sehr stolz - Die Auszeichnung gehört ja allen, die mitgemacht haben.
Nocebo /nəˈseːbə/ Der Nocebo-Effekt (lat. nocebo = ich werde schaden) ist analog zum Placebo-Effekt eine scheinbare negative Wirkung eines Arzneimittels ohne spezielle Wirkung. Im Gegensatz zur positiven Wirkung
beim Placebo-Effekt erfolgt beim Nocebo-Effekt eine negative Reaktion.
About - Nocebo. Christian Lukas, 22, ist auf der Flucht. Er war Teilnehmer einer fehlgeschlagenen Medikamentenstudie und zusammen mit seiner Freundin Anna entdeckte er den Tod eines Teilnehmers. Doch anstatt den Vorfall aufzuklären, vertuschten die Ärzte den Vorfall. Als auch Anna beginnt, Anzeichen der tödlichen Nebenwirkungen zu zeigen, bricht Christian aus dem Testcenter aus, um Hilfe zu holen. Doch weder Polizei noch Ärzte glauben seine Geschichte, denn Christian leidet an paranoider Schizophrenie. Einzig seine Schwester Alice steht ihm bei, obwohl auch sie erhebliche Zweifel hat - bis plötzlich tatsächlich unbekannte Verfolger auftauchen. Doch was ist die wahre Geschichte hinter Christians Flucht? Wie viel von dem, was wir mit ihm erleben ist nur Psychose? Existiert das Mädchen in Gefahr überhaupt? Nocebo - Ein Wahrnehmunngs-Thriller. nocebo-film.com
NOCEBO CREDITS
FORMAT 2K, 2,35:1, Dolby Digital 5.1
LÄNGE 37 Min. 51 Sek.
PRODUKTION Südart Filmproduktion, Menelaos Film
KOPRODUKTION HFF München, Bayerischer Rundfunk, arte
REDAKTION Natalie Lambsdorff, Martin Kowalczyk, Monika Lobkowicz
FÖRDERUNG FilmFernsehFonds Bayern, Förderverein der HFF München, Bernd Burgemeister Fonds, Bundesministerium für Bildung und Forschung
Vincent Redetzki als CHRISTIAN LUKAS
Picco von Groote als ALICE LUKAS
Odine Johne als ANNA
Daniel Friedrich als DR. GELEITNER
Torben Liebrecht als JAN
Almut Kapp als DR. REICH
Tristan Seith als PFLEGER
Steven Scharf als PSYCHIATER
Jannis Spengler als POLIZIST
Thomas Meinhardt als KARL
Moritz Fischer als ERSTER VERFOLGER
Manfred Niedermeier als ZWEITER VERFOLGER
Ercan Öksüz als MITARBEITER INTERNETCAFÉ
Luis Abler als JUNGE
REGIE Lennart RUFF c/o DBC - DRIVEN BY CREATIVES
DREHBUCH Maggie Peren
PRODUZENTEN Boris Jendreyko, Thomas Klimmer, Severin Höhne, Tobias M. Huber
BILDGESTALTUNG Jan-Marcello Kahl
MONTAGE Ann-Carolin Biesenbach
TON Peter Kautzsch
POSTPRO SUPERVISOR Thomas Herget
SOUNDDESIGN Giesing Team
VFX Sunday Digital
MUSIK Superstrings
MASKENBILD Christina Baier
SZENENBILD Carina Cavegn
KOSTÜM Diana Dietrich
CASTING Karima El-Giamal
