Für die Teilnahme am Festival bewirbt man sich als angehender, junger Modedesigner mit einem Outfit und einer Mappe online. Gezeigt wurden die Kollektionen nicht in der Villa de Noailles, sondern in einem stillgelegten und umgebauten Salzwerk in den an der Küste gelegenen Salinen.
Erstaunlich in 2015 war, dass von den 10 Finalisten gleich drei finnische sowie drei deutsche Teilnehmer es in die letzte Runde schafften. Außerdem ein Spanier, eine Niederländerin, eine Französin und die beeindruckende Taiwanerin Eva Yiyu Chen. Und auch wenn die spätere Grand-Prix-Gewinnerin Annelie Schubert uns von dem Festival und ihrer Mutter als Französin verkauft werden sollte - GoSee weiss es besser. Die Weißensee-Absolventin mag die Finesse und den Flair einer Pariserin haben, doch ihre hohe Handwerkskunst und ihr zurückhaltend-charmantes Wesen verraten doch eindeutig ihre Herkunft.
War ihr Sieg eine Überraschung? Nicht, wenn man im Vorfeld nach der ersten Präsentation am Freitagabend - es gibt an drei Tagen drei Schauen, allesamt gut besucht - sah, wie sich die zahlreich anwesende Presse Samstag morgens bei Eröffnung der Showrooms um die junge Deutsche scharrte. Das finale Urteil der Jury zu ihrer Abschlusskollektion Aprons (=Schürzen)/Womenswear bringt es auf den Punkt: "This is a highly thought out choice. Annelie Schubert presents a true silhouette, strong and clear. The details are subtle and the construction is discrete. The relationship between the fabrics and the colours is incredible. Annelie Schubert has taste and elegance. She has an endearing personality and is very sensitive, unpretentious, down to earth and fresh."
Ihr Preis bestand aus 15.000 Euro, gestiftet von Première Vision sowie die Teilnahme sowohl an der Première Vision New York als auch der Vision Paris Schau, einer Kollaboration mit CHANEL’s Métiers d’art im Wert von 15.000 Euro sowie einer Kollaboration mit Petit Bateau an einem bzw. mehreren ihrer Produkte.
Der Prix Chloé fordert Jahr für Jahr die 10 Designer auf, ihre Vsion der Chloé-Frau zu entwickeln. Die Looks wurden dann ebenfalls in Form einer Modenschau im Anschluss an die Grand Prix Schau gezeigt. Hier ging der Preis an die zweite Deutsche Anna Bornhold (HfK Bremen), die mit Outfits aus ihrer Kollektion FASHION.IMITATION, Womenswear, an den Start ging. Ein Look, der auch GoSee begeisterte - denn die Imitation war mehr noch eine Illusion. Was als flauschiger Jeans-Lookalike daherkam war in Wirklichkeit eine Hosen-Kreation aus Nähgarn, entstanden in 50stündiger Handarbeit pro Teil. Absolut einzigartig. So urteilte auch die Jury: ‘This choice was clear for us: the unusual look and the nonchalance of her silhouette, its “coolitude.” ’ Der Preis ist ebenfalls mit 15.000 Euro dotiert.
Nicht vorenthalten wollen wir Euch die Taiwanesin Yiyu Chen (Womenswear, Nijmegen) die mit ihren Kreationen das Publikum und uns begeisterte und somit zu Recht den Publikumspreis gewann. Ihre High-Class-Looks zwischen Björk, Alexander McQueen, Ninja und Haute Couture sind eine Mischung aus Drama und Eleganz. Feminin und absolut filmreif.
Den Sonderpreis der Jury 2015 gewann die Niederländerin Wieke Sinnige für ihre Kollektion SOFT SQUARES, Womenswear. "It is the artistic aspect of her collection that touched us, as well as the subtlety of the embroideries, the transparencies, the sense of light. We wanted to encourage her to continue in her work." so die Jury über ihre Entscheidung. Der Gewinn besteht aus einer Kollaboration mit CHANEL’s Métiers d’art im Wert von 10.000 Euro.
Wi zeigen Fotos von den Schauen, fotogene Backstage-Einblicke und einige Snaps von der Afterparty auf GoSee.


