Im Rahmen eines persönlichen Porträts von Tokio-Hotel-Frontmann Bill Kaulitz sprach das queere MANNSCHAFT MAG mit ihm über sein Coming-out und seinen langen Weg zur Selbstbestimmung. Portraitfotograf Ariel Oscar GREITH c/o BALLSAAL nahm dieses Treffen zum Anlass, Bill Kaulitz in eine visuelle Welt zu entführen, die vom Glamour und der inneren Zerrissenheit der 1970er-Rock-Ikonen inspiriert ist. In einer subtilen Hommage an die frühen Begegnungen von Robert Mapplethorpe und Patti Smith inszeniert Greith ein Spiel zwischen Bühnenfigur und privater Persona – zwischen Pose und Zerbrechlichkeit, Exzess und Intimität.
Das Porträt ist weniger eine Abbildung als ein Dialog: über Identität, über Gender als Performance, über den Mut zur Ambivalenz. Kaulitz erscheint dabei nicht nur als Popstar, sondern als Mensch in Transformation – schillernd, sensibel und zugleich unbeirrbar in seinem Streben nach Selbstbestimmung.
Ariel Oscar Greith (*1986, Kassel) ist ein deutscher Fotograf, Kreativdirektor und bildender Künstler, der in Berlin und Hamburg lebt. Nach seinem Fotografie-Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) und einem DAAD-Stipendium am NCAD in Dublin liegt sein Fokus auf Porträt- und Dokumentarfotografie sowie der Auseinandersetzung mit menschlicher Gesundheit.Als Menschenrechtsaktivist arbeitet er u. a. mit UNICEF zusammen, um politische und soziale Missstände sichtbar zu machen.
Neben seiner künstlerischen Arbeit schreibt Greith eine Dissertation über Kunst und künstliche Intelligenz, in der er die Auswirkungen algorithmischer Kreativität auf ästhetische Produktion untersucht. Seit 2023 ist er als Fotograf und künstlerischer Leiter für Armin Morbach tätig und entwickelt kreative Strategien für Premium- und Luxusmarken.