Mehr als 500 Gäste aus Film- und TV-Produktionen, Agenturen und Medien waren dabei, als im Berliner Kino International die begehrten Hatto-Trophäen vergeben wurden. Großer Gewinner des Abends: „Nutjob“ von der Produktionsfirma Bigfish und der Agentur Dojo für den Musikstreaming-Dienst Deezer, der als „Werbefilm des Jahres“ ausgezeichnet wurde und sich unter 456 Einreichungen durchsetzte.
Jury-Präsident Niels Alzen: „Der Gewinnerfilm hat uns alle begeistert, weil er zeigt, wie man fernab von Marktforschungsergebnissen – nicht 1.000 Mal getestet und rundgelutscht – erfolgreich sein kann. Man muss nicht im Rhythmus der Masse untergehen, man darf seiner eigenen Melodie folgen."
Gleich in mehreren Kategorien punkteten die beiden Spots „Speed Wheels“ von Marc Schölermann & loved für Audi („Beste Kamera“, „Bester Schnitt“ und „Beste Komposition/ Bestes Sounddesign“) und „Gothic Girl“ von Trigger Happy (Produktion) und Heimat (Agentur) für den Kunden Hornbach („Beste Regie“ und „Bestes Skript“).
Erstmalig wurde im Rahmen der Verleihung auch der Förderpreis der Deutschen Werbefilmakademie (DWA) für die beste noch nicht realisierte Filmidee vergeben. Erik Ström setzte sich mit seinem Konzept „Killing The Tire Swing“ gegenüber neun weiteren Nominierten durch. Der gebürtige Schwede kann sich über 20.000 Euro zur Realisierung seines Films und eine umfassende fachliche Unterstützung durch die DWA-Mitglieder freuen. Darüber hinaus fördert der Kinovermarkter Werbeweischer die Plazierung des Gewinner-Spots in ausgewählten Kinos mit einem Mediawert von 15.000 Euro.
Ihrem Auftrag zur Talentförderung wurde die DWA zudem mit der Auszeichnung des besten Nachwuchswerbefilms gerecht. Der Preis ging an Djawid Hakimyar von der Filmakademie Baden-Württemberg, der die Jury mit seinem Spot „Feuchter Traum“ für LBS überzeugte.
Unter großem Beifall zeigte Michael Rittmannsberger, Gewinner des Förderpreises 2014, seinen für Amnesty International produzierten Spot „Der Verurteilte“. Dieser thematisiert Menschenrechtsverletzungen aufgrund homosexueller Orientierung im mittleren Osten und Afrika auf berührende und überraschende Weise. Gesprächsstoff gab es also zur Genüge. Und so genossen die Gäste die zwanglose Atmosphäre und diskutierten auch nach der Preisverleihung angeregt weiter.
Die Deutsche Werbefilmakademie (DWA) wurde 2013 von den deutschen Werbefilmproduzenten als unabhängige Instanz ins Leben gerufen. Sie zeichnet mit dem Deutschen Werbefilmprei jährlich die filmisch und handwerklich besten Arbeiten aus und verleiht auch den Förderpreis und den Nachwuchspreis. Im Unterschied zu anderen Wettbewerben können nicht nur Unternehmen, Produktionen und Agenturen, sondern jeder Interessierte kostenlos Werbefilme für eine Auszeichnung nominieren.
Die Preisträger des Deutschen Werbefilmpreises 2015 im einzelnen:
BESTER WERBEFILM
„Nutjob“
Nominiert(e): Max Buschfeld, Jacco Prüsmann, Andy King, Joachim Bosse
Produktion: BIGFISH
Kunde: Deezer
Agentur: DOJO
BESTE REGIE
„Gothic Girl“
Nominiert(e): Pep Bosch
Produktion: Trigger Happy
Kunde: Hornbach
Agentur: Heimat, Berlin
BESTES SKRIPT
„Gothic Girl“
Nominiert(e): Guido Heffels
Produktion: Trigger Happy
Kunde: Hornbach
Agentur: Heimat, Berlin
BESTE KAMERA
„Speed Wheels“
Nominiert(e): Marc Schölermann
Produktion: Marc Schölermann & loved
Kunde: Audi
Agentur: loved
BESTER SCHNITT
„Speed Wheels“
Nominiert(e): Sören Görth
Produktion: Marc Schölermann & loved
Kunde: Audi
Agentur: loved
BESTE VISUELLE EFFEKTE/ANIMATION
„New Bees“
Nominiert(e): Jan Bitza, Ilija Brunck, Csaba Letay, Fabian Pross, Tom Weber
Produktion: Woodblock
Kunde: Greenpeace
Agentur: DDB
BESTES ART DEPARTMENT
„Globale Nachbarn“
Nominiert(e): Isi Wimmer
Produktion: Cobblestone
Kunde: Caritas
Agentur: BBDO Düsseldorf
BESTE KOMPOSITION/BESTES SOUNDDESIGN
„Speed Wheels“
Nominiert(e): Boris Salchow
Produktion: Marc Schölermann & loved
Kunde: Audi
Agentur: loved
BESTER NACHWUCHSWERBEFILM
„Feuchter Traum“
Nominiert(e): Djawid Hakimyar
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg
Kunde: LBS
Gewinner des DWA Förderpreises 2015
Erik Ström mit seinem Konzept "Killing The Tire Swing“