Louisa Models ist Deutschlands bekannteste Modelagentur. Sie wurde 1981 von Louisa von Minckwitz in München ins Leben gerufen. Bereits 1990 erfolgte die Gründung einer Dependance in Hamburg. Heute vertritt Louisa Models ca. 400 Models und ca. 50 Artists. Zu den Models der Agentur gehörten Namen wie Catherine Flemming, Erol Sander, Christiane Paul, Andrea Kempter, Monica Bellucci, Elle Macpherson, Izabel Goulart, Daniela Pestova, Eva Padberg und Valerie Niehaus.
Das Top Model Julia Stegner, die ihr aus unseren GoSee NEWS ganz sicher kennt, wurde im Alter von 14 Jahren von Louisa von Minckwitz auf dem Münchner Oktoberfest 1999 entdeckt und gleich unter Vertrag genommen. Jana Beller, bekannt von GNTM by Heidi Klum ist seit 2011 bei der renommierten Agentur unter Vertrag. Hier unser GoSee Interview.
Wenn man so einen grossen Namen in der Branche hat. Wie kann man sich Euren Alltag vorstellen? Wer bucht bei Louisa – und warum ?
Das ist eigentlich wie bei jeder anderen seriösen Modelagentur auch. Zu unseren Kunden gehören Kataloge, Online Shops, Werbeagenturen, Direktkunden, Redaktionen, internationale Modefirmen, junge Designer, Fotografen. Der Hauptbereich kommt aus der Mode- und Beautybranche. Natürlich ist das Niveau der von uns vermittelten Jobs wie ich es empfinde durchaus beachtlich, aber das haben wir uns in den Jahren erarbeitet. Hierfür steht ja auch die Qualitität der Agentur und auch der Look der von uns vermittelten Modelle.
Internationale Kunden – hat das zugenommen? Oder arbeitet ihr rein national?
Ja das internationale Geschäft hat zugenommen, die Märkte haben sich in den letzten Jahren zunehmend geöffnet. Man konnte das ja auch in der Presse gut verfolgen mit bspw. den schönen Russinnen oder den Brasilianerinnen. Gleiches gilt auch umgekehrt für Agenturen wie Louisa, die international bekannt genug sind, um so Kundenanfragen zu generieren. Was uns natürlich sehr freut.
Dank Start-ups – gibt es ganz neue Kundensegmente?
Tatsächlich ist ein neues und sehr interessantes Kundensegment der Online Shop. Hier werden gerade im Modebereich sehr viele Produktionen umgesetzt und entsprechend viele Modelle angefragt. Das geht von lokalen Münchner Kunden bis hin zu weltweit agierenden Retailern und entsprechend sind auch die Budgets sehr variabel.
Konkret im Vermittlungsgeschäft – gibt es da Veränderungen dank Internet, Twitter, Facebook, ….?
Absolut. Die Models untereinander sind alle vernetzt und befreundet. Manchmal kann man ein Model tatsächlich über Facebook eher erreichen als am Handy. Unsere Buchungen laufen dennoch klassisch, Einzelheiten werden wie gehabt am Telefon oder per e-Mail geregelt - also nicht über Twitter oder Facebook.
Rechtefrage – wie funktioniert Buyout heutzutage für die Bildrechte mit all den neuen Medien?
Klar kam mit den neuen Medien auch eine neue Bild-Nutzung hinzu, die für social media. Grundsätzlich werden die Buyouts immer gesondert zur Gage verhandelt. Einen Anhaltspunkt hierzu bietet die Buyoutliste der VELMA. Hier ist allerdings Feingefühl gefragt - denn nicht alle Kunden haben dieses Budget bereits gesondert in ihrer Planung vorgesehen.
Julia Stegner – ein Phänomen. Wie erklärst Du uns ihren konstanten Erfolg?
Julia hat sich zu einem internationalen Top-Model entwickelt - ausserdem hat sie enorme und sprichwörtlich deutsche Disziplin - und darüber hinaus eine gute Agentur (lacht). Somit konnten wir in enger und ganz wichtig vertrauensvoller Zusammenarbeit über die Jahre gemeinsam den internationalen Markt erobern, wie man ja über GoSee auch ganz schön mitverfolgen kann.
Hat sich der Look der Modelle über die Jahre in eine Richtung geändert oder gibt es ein System ? System würde ich nicht sagen, aber die Mädchen heute haben optisch vielleicht ein wenig mehr Charakter, es sind oftmals richtige Typen und nicht mehr klassische Schönheiten mit ebenmässigen Gesichtern. Der Kunde möchte ganz individuell die Ausstrahlung sehen. Und grundsätzlich gilt - die Mädchen werden immer jünger.
Man sieht auch immer mehr Prominente als Testimonial für Marken. Wie reagiert ihr darauf? Ein Problem?
Nein, als Agentur sieht man das gelassen. In der Mode werden immer Models gebucht - allein schon wegen der Kleidergrößen. Da passen die wenigsten Prominenten rein, auch wenn Size 0 ein Thema ist. Anders sieht es natürlich bei Fragrances aus, wo oft Hollywood-Schauspielerinnen als Testimonial zum Einsatz kommen. Aber Du darfst nicht vergessen, es ist davon abgesehen immer noch ein sehr grosser Markt, und wenn Du ein Top Model wie Julia bist, dann spielst Du ja auch in dieser Vip-Liga weltweit mit.
Wie siehst du die Veränderung der Modelagentur-Landschaft? Was fällt Dir auf? Mehr? Besser? Schlechter?
Es sind tatsächlich sehr viele Mitbewerber auf dem Markt, aber wie heisst es so schön : Konkurrenz belebt das Geschäft! Über die Qualität der anderen kann und will ich nicht viel sagen, ich denke man muss sich erst einmal behaupten und dann solide ein paar Jahrzehnte bestehen. Das spricht im Endeffekt für ein vertrauensvolles Miteinander zwischen Model und Agentur und auch den zufriedenen Kunden, die dir über Jahre treu bleiben.
Apropos Kundenverhalten. Stellst du eine Kompetenzverlagerung auf Seiten der Kunden fest? Sprich man weiss was man will da man es schon gesehen hat und bucht dort wo es günstig ist?
Grundsätzlich muss man das Budget des Kunden sensibel behandeln und entsprechend budgetgerechte Vorschläge machen können – das reicht vom Newface bis zum Topmodel. Wenn man das so lange macht dann hat man natürlich eine Kompetenz entwickelt auf die sich der Kunde verlässt. Es geht ja auch um Tugenden wie Zuverlässigkeit, Seriosität und ein produktives Miteinander.
Ist Beratung folglich noch ein Thema für Euch?
Ja natürlich, persönliche Beratung und persönliche Betreuung unserer Kunden ist wichtiger denn je. Das ersetzt keine Information über die Webseite. Es ist ja nicht immer von vorneherein klar wer den Job bekommt, das Ganze ist ein sehr sensibler Prozess in dessen Verlauf erst Karrieren wie die von Julia entstehen können.
Spielt die Bildsprache der Fotografen bei Euch eine Rolle oder geht es um Referenzen?
Die Bildsprache ist schon sehr wichtig, nicht nur für uns, sondern auch für den Kunden - denn am Ende möchte der ja sein Produkt verkaufen. Da hat man Trends und Looks die sich immer mal wieder wandeln. Am Ende ist es die Mischung aus beidem - Look und Job-Referenz die für uns in der Vermittlung unserer Modelle wichtig sind.
Wenn du die Werbung heute ansiehst – ist sie prüder als früher? Wie sieht Louisa das Thema Nudity?
Die Werbung in ihrer Bildsprache ist meiner Meinung nach heute offener und freier. Und der Spruch‚ sex sells’ – natürlich in einer gewissen Ästhetik – zog schon immer und zieht heute wie ich finde immer noch.
Hätte Kate Moss Münchnerin sein können?
(lacht) Das kann man so gar nicht beantworten, denn Kate Moss ist ein international anerkanntes Topmodel, das dem aktuellen Zeitgeist bereits sehr lange entspricht. Da ist die Herkunft dann nicht mehr ausschlaggebend. Aber warum nicht, mit der richtigen Agentur? (lacht erneut und scheint uns äusserst amüsiert ob der Idee ....)
Letzte Frage : Spielt Fotografie privat eine Rolle für Dich?
Klar, sie gehört nicht nur zu meinem Alltag wo ich tagtäglich von Fotos umgeben bin. Als visueller Mensch schätze ich bspw. die klassische Modefotografie sehr, habe diverse schöne Bildbände internationaler Fotografen, folge diversen Blogs - und freu mich immer auf Euren GoSee Newsletter - auch wenn wir nicht drin sind !
Genau der rechte Zeitpunkt das Gespräch zu beenden, man soll schliesslich aufhören, wenn es am schönsten ist. Ausserdem sehen wir Louisa bereits am 25ten Oktober in Berlin wieder, wo sie im Rahmen der UPDATE13 Mitglied der Jury für den SCREENINGS Award 13 ist und vor Ort mit ihren Mitstreitern die drei Gewinner aus den letzten 20 Fotografen der Finalrunde bestimmt. Die übrigens seit heute feststehen - wir aber an dieser Stelle noch nicht verraten dürfen.