Die Bildhalle freut sich, die erste Einzelausstellung der niederländischen Fotografin Ilona Langbroek zu zeigen : "Mit dieser Ausstellung eröffnen wir die Galeriesaison 2021/2022 in Amsterdam." Später in diesem Jahr werden Ilona Langbroek’s Arbeiten auch an der Photo London, Photo Basel und PAN Amsterdam zu sehen sein.
Ilona Langbroek’s persönliche Serie 'Silent Loss' basiert auf ihrer Familiengeschichte, die eng verknüpft ist mit der ehemaligen Kolonie Niederländisch-Ostindien. Die Niederlande hat eine ausgeprägte Geschichte mit Niederländisch-Ostindien, die tiefe Spuren in der verwobenen Vergangenheit beider Länder hinterlassen hat. Ihre Arbeit beschäftigt sich daher mit dem Identitätsverlust einer Vielzahl von Menschen, die nach der Unabhängigkeit der Kolonie gezwungen wurden, ihre Heimat zu verlassen, sowie mit den Gefühlen des Verlustes, die bis heute nachwirken.
Bei ihren Kunstwerken geht es nicht nur um Ästhetik, sondern um eine tiefere Bedeutung hinter dem Bild, dessen Geschichte und die darin enthaltenen Emotionen. Ilona Langbroek fotografiert intuitiv, beeinflusst von ihren Erinnerungen an ihre verstorbene Grossmutter, an ihr Aussehen, ihren Akzent oder den Klang ihrer Stimme. Darüber hinaus lässt sie sich durch intensive Recherche inspirieren. Anhand von Büchern, Interviews mit Menschen der früheren Generationen und das Sichten von Fotoalben kommt sie ihren Grosseltern in Niederländisch-Ostindien näher. Durch die Suche nach den passenden Gegenständen, Modellen, Orten und Kleidungsstücken, verfeinert Ilona die Bildkonzepte stetig und verwendet zudem neben Antiquitäten oft auch handgefertigte Objekte, die nach ihren eigenen Vorstellungen entworfen werden.
In ihrem zeitgenössischen Werk vermittelt sie eine Atmosphäre der Traurigkeit und Nostalgie aber auch der Poesie und Schönheit : "Durch den starken Kontrast zwischen Helligkeit und Dunkelheit erzielt die Künstlerin eine Dämmerungszone als Metapher für die verschwindende Vergangenheit. Sie nutzt das „Chiaroscuro“ (Begriff aus der Malerei) und weiches Licht, was schon von Künstler:innen aus dem 17. Jahrhundert im goldenen Zeitalter der Niederlande, wie Vermeer und Rembrandt aber auch dem italienischen Maler Caravaggio, verwendet wurde." so die Bildhalle.
Ilona Langbroek : "Auf der persönlichen Suche nach meiner Familiengeschichte ist mein Ziel Fotografien zu machen, welche nicht an Zeit gebunden sind. Ich möchte, indem ich die Atmosphäre der Vergangenheit einfange, die Geschichte für die Gegenwart greifbar machen. Ich schaffe meine Bilder auf der Grundlage von Geschichten und Erinnerungen, in denen ich versuche, die Verbindung zwischen Mensch, Geist und Natur zu visualisieren. Ich liebe es, den Kontrast zwischen hell und dunkel und die Dämmerungszone zwischen ihnen zu nutzen."
About - Ilona Langbroek (*1970) hat die Fotoakademie Amsterdam im Jahr 2019 mit Auszeichnung abgeschlossen. Ihre poetische und stark metaphorisch geprägte Serie «Silent Loss» beschäftigt sich mit der Geschichte ihrer Grosseltern aus «Niederländisch-Ostindien», dem heutigen Indonesien. Eine Familiengeschichte geprägt durch den Verlust der Heimat und Identität. Nationale und internationale Fachzeitschriften, wie PF, Shutr, Moesson und Medium Format veröffentlichten ihre Werke. Im September 2021 präsentiert die Bildhalle ihre erste Einzelausstellung „Terra Incognita“ in Amsterdam. Ausserdem wird ihre Arbeit im Jahr 2021 auf internationalen Messen, wie auf der Unseen, Photo London, Photo Basel und der PAN Amsterdam zu sehen sein.
ILONA LANGBROEK – TERRA INCOGNITA . Ausstellung in der Galerie Bildhalle, Hazenstraat 15H, Amsterdam . Apéro: Freitag, 3. September, 17-20 Uhr, Samstag, 4. September, 12-21 Uhr . Die Künstlerin ist anwesend. Die Ausstellung dauert bis am 23. Oktober. Bitte informieren Sie sich über die Covid-19-Massnahmen kurz vor dem Event . GoSee : bildhalle.ch



