Algenfarmen mitten in der Wüste, sterile Labore für kultiviertes Fleisch, unterirdische Gewächshäuser, in denen Roboter Pflanzen pflegen, und Forschungsanlagen, die zukünftige Nahrungssysteme für Mond- und Marsmissionen simulieren. Mit seinem neuen Buch „Cockaigne“ öffnet der österreichische Fotograf Gregor Sailer Türen zu Orten, die normalerweise verborgen bleiben – den hochkomplexen Infrastrukturen moderner Lebensmittelproduktion.
Mit der analogen Großformatkamera fotografiert Sailer unterirdische Farmen, robotisierte Gewächshäuser, Forschungsanlagen für Zellkulturen sowie Produktionsstätten für Algen, Insekten oder Quallen. Seine Bilder verbinden dokumentarische Abbildungen mit einer fast surreal wirkenden Bildwelt – Räume, in denen Technologie, Natur und menschlicher Erfindungsgeist auf ungewöhnliche Weise aufeinandertreffen.
Der Titel „Cockaigne“ verweist auf den mittelalterlichen Mythos des Schlaraffenlands – eine Vision grenzenlosen Überflusses. Sailers Fotografien zeigen jedoch eine deutlich komplexere Realität: hochoptimierte Produktionssysteme, in denen Innovation, Effizienz und Nachhaltigkeit mit ökologischen Grenzen, globalen Machtstrukturen und neuen ethischen Fragen kollidieren.
Gregor Sailer (geb. 1980) ist ein österreichischer Fotograf, der an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Architektur arbeitet. In seinen Projekten untersucht er, wie Architektur wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Ideen sichtbar macht. Viele seiner Fotografien entstehen an abgelegenen oder schwer zugänglichen Orten.
Seine Arbeiten werden international ausgestellt und befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen. „Cockaigne“ ist bereits sein fünftes Buch im Kehrer Verlag – und zugleich eine eindrucksvolle fotografische Reise durch die verborgene Architektur unserer zukünftigen Ernährung.
Gregor Sailer - Cockaigne 
Kehrer Verlag, 296 Seiten 150 Farbabbildungen, Design: Studio Victor Balko
Texte: David Julian McClements, Lisa Ortner-Kreil, Gregor Sailer, Stefan Tagwerker
Ausstellung:
Cockaigne. Schlaraffenland der Zukunft?
Naturhistorisches Museum Wien
11.02.2026-19.07.2026