Was verbindet das Glastonbury Festival mit dem indischen Holi-Fest, einer Pilgerreise in den peruanischen Anden oder dem Karneval in Brasilien? Für den Dokumentarfotografen José Antonio Rosas ist es ein universeller menschlicher Wunsch: für einen Moment den Alltag hinter sich zu lassen, Teil von etwas Größerem zu werden und gemeinsam mit anderen Freiheit zu erleben.

In seiner neuen Monografie „Somewhere We Feel Free“ nimmt uns José Antonio Rosas mit auf eine fotografische Reise durch zehn Jahre, vier Kontinente und sieben bedeutende kulturelle und religiöse Zusammenkünfte der Welt. Alles begann 2015 beim Glastonbury Festival. Mitten in der Menschenmenge erlebte Rosas eine kollektive Euphorie, die ihn nachhaltig faszinierte. Er wollte verstehen, was Menschen rund um den Globus dazu bewegt, sich zu versammeln, gemeinsam zu feiern, zu tanzen, zu beten oder sich für einen Augenblick vollkommen dem Geschehen hinzugeben.

Seine Suche führte ihn zu den farbenprächtigen Feierlichkeiten des Holi-Festes in Indien, zu den von Kerzenlicht erleuchteten Weihnachtszeremonien im äthiopischen Lalibela, zu den Tänzen der Candelaria in Peru und zur Pilgerreise Qoyllur Rit’i hoch in den eisigen Anden. Er fotografierte die gewaltigen Menschenmengen der Kumbh Mela und die Lebensfreude des brasilianischen Karnevals.

Dabei beobachtet Rosas nicht aus sicherer Distanz. Er bewegt sich durch die Menge, wird selbst Teil des Geschehens und hält jene Momente fest, in denen individuelle Grenzen verschwimmen und aus Tausenden Einzelnen eine Gemeinschaft entsteht. „Somewhere We Feel Free“ ist weniger eine fotografische Dokumentation einzelner Feste als vielmehr eine visuelle Erkundung dessen, was Menschen über kulturelle, geografische und religiöse Grenzen hinweg verbindet.

Spannend daran ist aber auch, dass er sich entschieden hat, als verbindendes Element die Bilder in Schwarz-Weiss zu zeigen. Wir haben nachgefragt. "Yes, you’ve pretty much got it right. I don’t work exclusively in black and white, but for this project it was a very deliberate choice. Celebrations like Holi and Carnival are incredibly colorful, of course, but what interests me most is what happens between people: their gestures, their emotions, and the connections that emerge when thousands of strangers come together. Black and white also brings out a sense of unity to the book. These seven celebrations couldn’t be more different in their traditions and settings, but the emotions people experience in them are often similar," so José Antonio zu GoSee.

José Antonio Rosas lebt und arbeitet in Lima, Peru. Er studierte Fotografie am International Center of Photography (ICP) in New York. Dort entstand seine erste Monografie "The Chaos Comes Alive" (Contexto Editores, 2020), für die er in die Punkclubs von Brooklyn und Lower Manhattan eintauchte und die Energie der New Yorker Underground-Szene festhielt – ein früher Ausdruck seiner Faszination für Menschen, Musik und das intensive Gemeinschaftserlebnis. „Somewhere We Feel Free“ erscheint im Kehrer Verlag. Ergänzt wird die Monografie durch einen Essay der Kunstkritikerin Jean Dykstra sowie ein Gespräch mit der New Yorker Künstlerin und Autorin Janelle Lynch.

José Antonio Rosas – Somewhere We Feel Free

Texte von Jean Dykstra, Janelle Lynch und José Antonio Rosas

Gestaltung: Kehrer Design (Susan Greszta, Laura Pecoroni)

Leineneinband, 23,3 × 32 cm

152 Seiten, 60 Duplexabbildungen, Englisch / Spanisch

ISBN 978-3-96900-245-2

Caelum Gallery, New York

15.–21. Oktober 2026, Buchpräsentation: 17. Oktober 2026

Paris Photo 2026, Paris

Book Signing: 12. November 2026, 16 Uhr

Centro Cultural Inca Garcilaso, Lima, Peru

3. Dezember 2026 – 13. März 2027