Der Schwerpunkt der Arbeit von Slava Mogutin liegt auf der Dokumentation von queeren Communities in New York, LA, Berlin und darüber hinaus. Als erster offen schwuler Journalist in Russland berichtete er in den Neunzigern über die aufkommende queere Kultur zu einer Zeit, als Homosexualität noch als Tabu galt. Im Wesentlichen geht es in seinem Werk um Sozialkunde, Erforschung der menschlichen Natur und Sexualität in allen Formen und Formen.
'Analog Human Studies' ist ein fortlaufendes Projekt, das zwei Jahrzehnte von Slava Mogutins filmischer Fotografie abdeckt, von den Outtakes aus seiner ersten Monografie 'Lost Boys' (2006) bis hin zu den jüngsten Auftrags- und Redaktionsarbeiten, Porträts und Akten, die in New York, Los Angeles, Berlin,
Paris, London und Madrid entstanden. Das Buch ist mit handschriftlichen Gedichten und Textstücken illustriert. Slava beschreibt sein Genre als „visuelle Poesie, sowohl intim als auch universell“ und zeigt uns hier bei GoSee seine persönliche Auswahl.
Zu den im Buch vorgestellten Künstlern und Persönlichkeiten gehören Maxima Cortina, Cassils, Christeene, Sophia Lamar, Brooke Candy, Kyle England, Boy Radio, Brian Kenny, Matthieu Charneau, Nick Theobald, Ron Athey, Dominic Johnson, Durk Dehner, Florian Hetz, Sean Ford, Andreja Pejić, Luke Abby, Jonah Almost, Isaac Powell, Nile Harris, German Lavrovsky, Jesse Thompson, Fernando Casablancas und Pierre et Gilles.
Was ihn an der Fotografie als Medium des Widerstands und des Ausdrucks reizt, beantwortet er der NUMERO BERLIN wie folgt: "I believe that journalism is more important now than ever. With freedom of the press under attack and censorship on the rise around the world, photojournalism is a medium that can change people’s lives for the better – by documenting real people and real events, telling the truth and standing up to the authorities."  Und weiter: "Just like 20 years ago when I was starting out as an artist, I still consider myself an outsider and anarchist. I don’t subscribe to existing status quos, hierarchies, or power structures. In Russia, the main danger to free speech and artistic expression has always been associated with the government. In the US, giant tech corporations dictate what content is allowed or not, using so-called ‘community guidelines’ to police artistic and queer communities. As a result, there’s a whole generation whose minds and creativity have been shaped by these rigid corporate guidelines. It’s a system that creates mediocrity and conformity; one step left or right and you’re going to be censored or banned."
Slava Mogutin, geboren in Sibirien, ist ein russisch-amerikanischer Multimedia-Künstler, Autor und Aktivist, der wegen seines unverblümten queeren Schreibens und Aktivismus aus Russland verbannt wurde. Als Schriftsteller in dritter Generation und autodidaktischer Fotograf wurde er der erste Russe, dem politisches Asyl in den USA aufgrund homophober Verfolgung gewährt wurde. Inspiriert von seiner bikulturellen Dissidenten- und Flüchtlingserfahrung untersucht Mogutins Arbeit die Begriffe Vertreibung und Identität, Stolz und Scham, Hingabe und Enttäuschung, Liebe und Hass.
Mogutin ist Autor von sieben Büchern mit Schriften in russischer Sprache, drei Monografien über Fotografie und zwei illustrierten Gedichtbänden, die in den USA veröffentlicht wurden, sowie zahlreicher Künstlereditionen und Zines. Er ist Gewinner des Andrei-Bely-Preises für Poesie und der Tom of Finland Foundation  Auszeichnung für künstlerische Leistung. Er lebt und arbeitet in Berlin, New York und Los Angeles.
#NewYork – Slava Mogutin: Analog Human Studies is on view at the Bureau of General Services - Queer Division from April 12 through June 4, 2023.
Analog Human Studies by Slava Mogutin
Softcover, 172 pages, 21 x 29.7 cm, £40
Limited hardcover edition of 100 copies, £300
Published by MenOnPaperArt (MOPA), London