Gemeinsam mit dem Fotografenduo BAM und Jung von Matt Schweiz durfte die recom das Auftakt-Visual der von JvM Schweiz erdachten großen MINI-Kampagne via AI und 100% produktkorrekten CGI Fahrzeugen realisieren.
Einen kleinen Breakdown zu Explorationen der Perspektiven via rougher CGI-Dummy-Szene und eins zum grob zusammengekürzten Produktionsprozess des Motivs zeigen wir neben dem finalen Visual. Das Visual wurde hochaufgelöst in 8k produziert und konnte somit als Anzeige in der SZ sowohl auch als über 10m breites Blowup gegenüber der BMW Welt in München verwendet werden.
recom gehört seit Jahren zu den internationalen Spezialisten für High-End-CGI, Creative Retouch und Content-Postproduktion für Still und Film. Mit Studios in Stuttgart, Berlin, Paris, London, New York, München, Hamburg und Sofia arbeitet recom oft parallel in unterschiedlichen Zeitzonen auf höchstem Niveau – und verbindet dabei die Kapazität eines globalen Netzwerks mit der Haltung, Kreativität und Präzision eines Boutique-Studios.
In einer Zeit, in der AI die visuelle Produktion stark beeinflusst, steht recom an einer spannenden Schnittstelle: zwischen klassischem CGI-Handwerk, realer Produktion, virtuellen Welten und neuen, AI-gestützten Workflows. Statt AI als reinen Beschleuniger zu begreifen, wird sie hier als integraler Bestandteil kreativer Prozesse verstanden – mit klaren Qualitätsmaßstäben, technischer Tiefe, Kontrollierbarkeit und Verantwortung gegenüber Kunden, Agenturen und Brands - auch ethisch.
Im Rahmen unseres AI Specials stellt recom aktuelle AI-Projekte (die zum Glück auch schon gezeigt werden dürfen) vor und gibt hier auf gosee.news einen Einblick, wie sich Postproduktion, CGI und Film im Zeitalter von AI verändern – international, praktisch und aus erster Hand.  Unsere Fragen beantwortete Thorsten Jasper Weese, Managing Partner der recom.
recom arbeitet international an der Spitze von CGI und Postproduktion. Wo stehen wir deiner Einschätzung nach gerade beim Einsatz von AI in High-End-Stills- und Filmproduktionen – jenseits von Hype und Experimenten?
Nach meinem Empfinden ebbt der riesengroße Hype tatsächlich aktuell ein wenig ab, was aber nicht bedeutet, dass AI in irgendeiner Art auch nur annähernd aus unserem Business und unser aller Leben wegzudenken wäre. Nein, nein ... damit meine ich eher, dass das experimentieren und "jeder kann unendlich crazy Content selbst generieren und rausballern" nun eher durch "professionalisieren und in echte Workflows und in echte User-Cases einbringen" abgelöst wird.
Ist AI denn bei euch bereits fest in die täglichen Workflows integriert – oder wird sie je nach Projekt gezielt eingesetzt? Welche Bereiche profitieren aktuell am stärksten?
AI ist bei uns aktuell und schon länger tagtäglich und in nahezu allen Projekten (mal mehr, mal weniger) eingesetzt, aber sehr gezielt und in der Regel sind wir im komplett hybriden — Mix aus Real, CGI, AI — Prozessen unterwegs und setzen das Tool an der Stelle ein, wo's am meisten Sinn macht und ganz wichtig — zum besten Ergebnis führt.
CGI und Postproduktion basieren auf Präzision, Erfahrung und Kontrolle. Wo ergänzt AI euer klassisches Handwerk sinnvoll – und wo stößt sie (noch) an klare Grenzen?
Ergänzend wird AI in sehr unterschiedlichsten Situationen eingesetzt, ob Retusche-ersetzend, -ansetzend oder doch ganze Bildelementen tauschend, da ist aktuell nur der Skill von einem selbst das Limit....apropos Limit....sehr hohe von uns fast immer geforderte Bild- bzw. Filmauflösungen sind da schon noch hier und da tückisch und schwieriger zu erreichen, sprich ein qualitativ hochwertiges und detailreich korrektes 15k Still kommt noch aus keiner AI-Maschine "automatisch".
Wir sehen aktuell eine ganz klare Grenze noch in der für uns und unsere Automotive-Kunden ganz wichtigen 100%igen Produktkorrektheit. Deshalb setzen auch wir hier auf den Hybrid-Prozess und replacen immer noch via CGI die Fahrzeuge in FULL-AI Hintergründe.
Ihr arbeitet mit Agenturen und Brands weltweit. Nehmt ihr Unterschiede im Umgang mit AI zwischen Märkten wahr – etwa zwischen Europa, den USA oder Asien?
Der asiatische Markt ist da sicherlich der am 'unreglementierteste', was EU-weit durch den EU AI Act und der ganz baldigen Kennzeichnungs- und Dokumentationspflicht schon etwas eingeengter ist oder zumindest scheint.
Die Grenzen zwischen real gedrehtem Material, klassischem CGI und AI-generierten Inhalten verschwimmen zunehmend. Wie geht ihr intern und gegenüber Kunden mit der Frage um: Was ist real, was gebaut, was gepromptet?
Ganz klar, wie auch schon erwähnt, wenn z.B. eine 100%ige Produktkorrektheit gefordert ist, dann gehen wir aktuell den Weg, Fahrzeuge via CGI zu generieren oder eben real fotografiert.
Ein sensibles Thema: Muss AI-generierter Content künftig klar gekennzeichnet werden? Wie ist eure Haltung dazu – technisch, ethisch und aus Sicht von Brands?
Das ist ja jetzt schon eine riesengroße Grauzone, denn ab wann und ab welchem Anteil ist AI-Content mit einem AI-Label zu kennzeichnen. Ist das Entfernen eines Verkehrsschildes in einem Foto via generativen Füllen o.ä. auch schon AI? Genau genommen ja, aber wann dann eine Kennzeichnung sinnvoll, richtig und nicht nur verwirrend ist, das ist halt die finale Frage.
AI kann schnell produzieren, aber nicht automatisch besser. Welche neuen Qualitätskriterien habt ihr entwickelt, um AI-Outputs auf recom-Niveau zu bringen?
AI-generierter Content neigt auch gerne zu "vielen versteckten Fehlern", z.B. die berühmten 6 Finger an einer Hand sind ja noch sehr offensichtlich, aber oft liegen "Fehler" sehr stark im Detail und im schlimmsten Fall, werden diese Fehler erst auf einem 10m breiten Messe-Blowup entdeckt - das kann und muss aktuell im Vorfeld durch geschulte Augen kontrolliert und notfalls ausgebessert werden.
Begegnet ihr zunehmend unrealistischen Erwartungen an AI („schneller, billiger, alles möglich“)? Wie steuert ihr diese Erwartungen in der Beratung und im kreativen Dialog?
Jepp, diese Erwartungen häufen sich leider und bei dem allgegenwärtigen Preisdruck in unserer Branche braucht man sehr gute Argumente, um da der Wert unserer Arbeit auf einem gerechten Level zu halten.