Beerdigung, Hochzeit, Kindergeburtstag oder der Abend im Schützenverein – eigentlich Momente, die unsere volle Aufmerksamkeit verdienen. In seiner AI-Serie „Nobody Noticed“ dreht Det Kempke den Spieß um: Während das Leben unmittelbar vor ihnen stattfindet, kleben die Protagonisten an ihren Smartphones.
Mit viel schwarzem Humor überspitzt Kempke eine längst alltägliche Beobachtung. Selbst Trauer, Freude, Gemeinschaft oder das weinende Geburtstagskind haben gegen den kleinen Bildschirm in der Hand kaum eine Chance. Die bewusst inszenierten Szenen wirken dabei vertraut und absurd zugleich – und treffen ziemlich genau dort, wo es unangenehm wird.
„Nobody Noticed“ ist eine bissige AI-Arbeit über Aufmerksamkeit im digitalen Alltag und die Frage, wie viel von dem, was um uns herum passiert, wir eigentlich noch wahrnehmen.