Rebecca Rupcic hat nicht nur PULP Berlin (www.pulp.berlin) gegründet, sondern auch einen neuen Standard für kreative Kampagnen gesetzt, die die Grenzen des Gewöhnlichen überschreiten. Als ehemalige Moderedakteurin der Vogue und Expertin im Mode- und Designbereich hat sie den Blick für Details und ein feines Gespür für Ästhetik, das sich in den Arbeiten ihrer Agentur widerspiegelt. Mit PULP Berlin begeistert sie seit 2011 mit Kampagnen für Marken, die sich durch Kreativität und moderne Visualität auszeichnen. Dabei bleibt ihr Leitgedanke klar: „Hochprofessionell und out-of-the-box denken.“ Wir haben Rebecca zu einem Gespräch über ihre Arbeit und die neueste Kampagne für die Beautymarke essence eingeladen. Persönlich trifft man das PULP Team auf der UPDATE Berlin.
Rebecca, du hast PULP Berlin 2011 gegründet und eine beeindruckende Karriere hingelegt. Was hat dich damals inspiriert, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen? Was war deine Vision für die Agentur? Rebecca: Meine Vision für PULP war es, eine Agentur oder vielmehr eine Plattform zu schaffen. Ich bin überzeugt, dass klassische Strukturen uns nur bedingt weiterbringen. Deswegen steht bei uns das Miteinander im Vordergrund - wir arbeiten transparent mit flachen Hierarchien. Das wissen unsere Kunden und auch die Mitarbeiter*innen zu schätzen. Bei uns gibt es kaum Fluktuation und einige Mitarbeiter*innen sind schon mehr als acht bzw. zehn Jahren dabei. Mit unserem Kunden Cosnova z.B. arbeiten wir seit 2015 zusammen, das ist in der Branche durchaus selten und etwas, worauf ich sehr stolz bin.
Mit PULP Berlin hast du dich als kreatives Powerhouse etabliert. Wie gelingt es dir, das kreative Gleichgewicht zwischen professionellem Anspruch und unkonventionellem Denken zu finden? Rebecca: Für mich ist genau dieses Spannungsfeld der Sweet Spot: Einerseits der professionelle Anspruch, der für messbare Ergebnisse steht und wirtschaftlichen Erfolg. Aber dann auch das unkonventionelle und “freie” Denken, denn nur so können Kampagnen entstehen, die es vorher noch nicht gab. Wir sind eine Taskforce, die es schafft, nicht nur sehr schnell & effizient zu sein, sondern auch sich gegenseitig zu pushen und im entscheidenden Moment gemeinsam einen Kompromiss zu finden.
Dein Team scheint eine besondere Bedeutung zu haben, wie du in deinem Post über die „50 Pax“ in der Produktion der essence “Call Me Queen” Kampagne erzählst. Was macht ein starkes Team für dich aus? Rebecca: Als allererstes die Kommunikation auf Augenhöhe, was für mich immer am wichtigsten ist. Dabei bin ich selbst wie eine Plattform, die die Fäden in der Hand hält und trotzdem kein Mikromanagement macht. Ich versuche ein Umfeld zu schaffen, in dem sich alle wohlfühlen und sich gegenseitig unterstützen. Ich bin überzeugt, dass es vor allem darauf ankommt, die richtige Arbeitsatmosphäre zu schaffen, damit kreative Ideen und Prozesse ins Rollen kommen. Das bedeutet für mich auch, dass ich Rücksicht auf die Lebenssituation meiner Mitarbeitenden nehme.
Die aktuell 360°-Kampagne zum Launch der essence Foundation Sticks ist ein schönes Beispiel für eure kreative Arbeit. Was war die größte Herausforderung bei dieser Kampagne? Rebecca: Die größte Herausforderung am Set ist es, in der kurzen Produktionszeit alle Anforderungen, Kanäle und Regions mit den unterschiedlichsten Needs abzudecken. Um das zu schaffen, plant das Team über Tage hinweg alles minutiös. Da darf am Set eigentlich nichts mehr umgeworfen werden. Nur so schaffen wir es, aus zwei Tagen Shooting den nötigen Output zu generieren. In diesem Fall waren das mehr als 600 Video Assets, 200 Fotos und mehrere regional paid media campaigns. Das ist wirklich nur realisierbar mit perfekter Vorbereitung und einer großartigen Zusammenarbeit mit dem Kunden, wie hier dem essence Brand Team.
Bei der Auswahl von Freelancern, Fotografen und Regisseuren legst Du nicht nur Wert auf ihr Können, sondern vor allem auf deren Persönlichkeit. Wie beeinflusst diese Entscheidung das Endergebnis einer Kampagne? Rebecca: Unsere Philosophie bei PULP ist es, immer ein Team zu haben, das genauso tickt wie wir. Mir kommt es darauf an, dass allen ein gutes Miteinander am Herzen liegt, denn nur wenn Egos zurückgestellt werden, kann auch ein positiver, kreativer Prozess entstehen. Deswegen steht bei mir neben dem Können immer auch die Persönlichkeit im Vordergrund. Wir pflegen auch mit Freelancer*innen eine offene Feedback-Kultur. Meiner Meinung nach führt das dazu, das bestmögliche Ergebnis zu erreichen.
In der „Let's Stick Together“ Kampagne für die essence Foundation Sticks habt ihr die doppelte Bedeutung von "Stick" clever genutzt. Wie wichtig ist es für dich, bei Kampagnen Ideen zu entwickeln, die mehr als nur ein Produkt verkaufen, sondern eine emotionale Verbindung zu den Konsumenten herstellen? Rebecca: Gerade bei einem Produkt wie den essence Foundation Sticks – das für Self-Expression, Leichtigkeit und Daily Confidence steht – war es für uns entscheidend, eine emotionale Verbindung herzustellen. Bei Let’s Stick Together ging es uns nicht nur um ein Wortspiel, sondern darum, ein Gefühl zu erzeugen: Zusammenhalt, Empowerment, Spaß an Beauty – allein und im Miteinander.
Kampagnen sollten mehr leisten, als nur die Benefits eines Produkts zu kommunizieren. Sie müssen ein Lebensgefühl widerspiegeln, mit dem sich Konsument:innen identifizieren können. Wenn wir es schaffen, mit einer Idee sowohl den Produktnutzen als auch einen emotionalen Nerv zu treffen, dann bleibt die Marke nicht nur im Kopf – sondern auch im Herzen. Und genau das ist unser Ziel.Kampagnen sollten mehr leisten, als nur die Benefits eines Produkts zu kommunizieren. Sie müssen ein Lebensgefühl widerspiegeln, mit dem sich Konsument:innen identifizieren können. Wenn wir es schaffen, mit einer Idee sowohl den Produktnutzen als auch einen emotionalen Nerv zu treffen, dann bleibt die Marke nicht nur im Kopf – sondern auch im Herzen. Und genau das ist unser Ziel.
Du scheinst eine starke Verbindung zu deinen Kunden zu haben – was ist deiner Meinung nach der wichtigste Aspekt, um langfristige, vertrauensvolle Beziehungen in der kreativen Branche aufzubauen? Rebecca: Ehrlichkeit. Das ist für uns super wichtig. Wir arbeiten immer in sehr enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit unseren Kund*innen, was bedeutet, dass sie bei fast jedem Schritt involviert sind. Ich halte nichts davon, eine Kampagne zu kreieren und später im Prozess zu hören, dass wir in die falsche Richtung denken. Je enger das Verhältnis zu unseren Kund*innen, je vertrauensvoller ist auch der Umgang. Sie wissen, dass wir ihren Input wertschätzen und sie nicht vor ein “Ergebnis” gesetzt werden. Auch hier gilt: Teamwork makes the dream work.
Was ist der größte Vorteil, den du aus deiner Zeit in der Moderedaktion der Vogue in deine Arbeit bei PULP Berlin mitgenommen hast? Rebecca: Groß zu denken ist auf jeden Fall ein wichtiger Aspekt. Bei VOGUE gab es kein “das ist unmöglich”. Hartnäckig sein, habe ich auch bei der VOGUE gelernt, das zahlt sich bis heute aus.
Weitere Projekte findet ihr unter www.pulp.berlin