Jörg van der Vegte startete 2015 als Praktikant bei Jung von Matt und gehört heute zu den jüngsten Creative Directors, die die Gruppe bisher hervorgebracht hat.
Seine Arbeit verbindet strategische Markenführung, emotionales Storytelling und zeitgenössische Popkultur. Was ihn dabei leitet, ist ein Gespür für das richtige Momentum, für Haltung und für die emotionale Wirkung großer Kampagnen. Getragen wird das von einem ausgeprägten Sinn für Ästhetik und einem sicheren Blick für moderne Bildsprache, den er konsequent bis in die Umsetzung trägt.
Mit aktuellen Arbeiten für internationale Marken aus den Bereichen Lifestyle, Fashion, Sport und Mobilität zeigt Jörg eindrucksvoll seine Fähigkeit, Marken in sehr unterschiedlichen kulturellen Kontexten zu inszenieren. Ob globale Brand-Kampagnen, emotionale Sportkommunikation oder popkulturell geprägte Lifestyle-Projekte: Er bewegt sich mühelos zwischen diesen Welten und prägt mit seinem Anspruch an Exzellenz die Craft-Kultur bei Jung von Matt.
Als federführender Creative Director verantwortet er aktuell auch „Sowas von ready" für Zalando x DFB zur WM 2026. Die Kampagne blickt nicht auf den Platz, sondern auf das Davor: die Rituale, die Anspannung und die Vorfreude, die Spieler und Fans auf ihre ganz eigene Art erleben. Vom emotionalen Hymnen-Film für TV und Online über individuelle Social Assets bis zu Stills für Onsite und OOH wird eine Idee konsequent in jede Form übersetzt.
Emotionales Timing, ein Gespür für Zeitgeist und eine klare visuelle Haltung: Diese Verbindung zieht sich durch Jörgs gesamte Arbeit – von Sport und Lifestyle bis hin zu großen internationalen Markeninszenierungen.
Interview mit Jörg van der Vegte
Wie sieht ein typischer Tag als Creative Director eigentlich wirklich aus - eher Strategie, Calls, Präsentationen oder doch noch Momente echter kreativer Konzentration?
Calls und Präsentationen gehören dazu, klar. Aber im Kern geht es mir um etwas anderes. Meine Aufgabe ist es, verschiedene Perspektiven zusammenzubringen und mit dem Team eine Vision zu entwickeln, hinter der am Ende wirklich alle stehen.
Dafür braucht es vor allem Raum. Raum für die Sichtweisen der Leute, ihre Obsessionen, ihr Gespür für Popkultur und für die Dinge, die sie außerhalb der Werbung beschäftigen. Die besten Ideen entstehen meistens genau da, wo unterschiedliche Interessen und Referenzen aufeinandertreffen und plötzlich etwas dabei herauskommt, das sich relevant anfühlt. Meine Rolle ist dann, dieser Energie eine Richtung zu geben.
Und irgendwann kommt der Teil, der genauso wichtig ist: die Idee zu verteidigen. Gegen Zweifel und gegen den Reflex, Dinge glatter und austauschbarer zu machen, als sie sein müssten. Sicherheit ist oft der teuerste Kompromiss. Was zählt, ist Vertrauen. In die Menschen, mit denen man arbeitet, und in die Ideen, die sich noch ein bisschen unbequem anfühlen.
Was beschäftigt Dich gerade kreativ am meisten?
AI, ich weiß, alle reden gerade darüber. Mich beschäftigt dabei weniger die Frage, ob AI uns ersetzt. Mich interessiert, was wir damit eigentlich anfangen können.
Theoretisch haben wir gerade so viel kreative Freiheit wie selten zuvor. Fast alles lässt sich umsetzen, fast alles visualisieren, und die Distanz zwischen Idee und Bild wird immer kleiner. Das schafft Zeit für das, worauf es ankommt: die Konzeption, den richtigen Ton, das Gefühl einer Idee. Die Frage ist nicht mehr, ob etwas möglich ist, sondern wie ehrlich und wie überzeugend man eine Idee zum Leben bringt.
Da gab es kürzlich diesen Fall: Asher Hyde, ein zwanzigjähriger Designstudent aus den USA, baut eine Nike-Werbung komplett mit AI, und viele halten sie für eine echte Kampagne. Für mich ist das kein Grund zur Sorge, eher das Gegenteil. Die Werkzeuge kann inzwischen jeder bedienen. Was den Unterschied macht, ist der Mensch, der das Ganze dirigiert, mit Geschmack und einem klaren Gefühl dafür, was trägt. Genau das wird gerade wertvoller, nicht überflüssig.
Was ist die Idee Eurer DFB X ZALANDO Kampagne?
"Sowas von ready" dreht sich um den Moment vor dem Moment. Also nicht das Spiel. Nicht das Tor. Sondern dieses ganz eigene Gefühl, wenn du weißt, es geht gleich los. Das kennt jede:r - Spieler, Fans, alle. Dieser Zustand, wo Anspannung und Vorfreude sich nicht mehr voneinander trennen lassen.
Wir haben gefragt: Was macht dich ready? Und die Antwort ist für jeden anders. Für einen Spieler ist das ein Ritual, für einen Fan ist es vielleicht ein Trikot oder doch der perfekte Fade an den Seiten seiner Frisur? Diese Kampagne ist kein klassischer Fußball-Spot. Sie ist ein Gefühl, das alle teilen, bevor der Ball rollt.
Wie wichtig ist es heute für Kampagnen, echte kulturelle Momente einzufangen statt nur Produkte oder Markenbotschaften zu inszenieren?
Menschen haben ein unglaublich feines Gespür dafür, wann ihnen etwas verkauft wird. Und gleichzeitig sind sie bereit, sich wirklich bewegen zu lassen, wenn die Absicht stimmt. Und irgendwann im Prozess haben wir gemerkt, dass eine der spannendsten Stellen gar nicht das Spiel selbst betrifft. Es ist das Davor. Dieser Zustand, den jede:r kennt, egal ob du auf dem Platz stehst oder auf der Couch sitzt. Diese Mischung aus Anspannung und Vorfreude.
Und wenn eine Kampagne das schafft, dass sich die Leute darin wiederfinden, ohne dass man ihnen das groß erklären muss, dann hat man etwas Richtiges getroffen. Ob uns das gelungen ist, das entscheiden am Ende die Betrachter:innen.
Weitere Arbeiten von Jörg van der Vegte gibt es via jvm.com und auf vandervegte.de.