Mit seiner Solo-Ausstellung VA BENE SENZA RIDERE zeigt Jan Kuck im MAIIIM in Genua eine Arbeit, die sich zwischen Pop, Sprache und gesellschaftlicher Analyse bewegt. Kuratiert von Virginia Monteverde, verdichten sich Neon, Skulptur und Text zu einem präzise gesetzten Spannungsfeld.
Im Zentrum steht eine Gegenwart, die aus dem Gleichgewicht geraten ist. „Wenn wir alles nur noch ernst nehmen, nehmen wir gar nichts mehr ernst“, so Kuck. Seine Arbeiten reagieren auf eine Gesellschaft, die zunehmend ins Absurde kippt – in der nicht mehr mit Waffen, sondern mit Smartphones „geschossen“ wird, in der sich alles um das eigene Ich dreht und das Gefühl für Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft verloren geht.
Kucks Antwort darauf ist keine moralische, sondern eine visuelle: reduziert, pointiert, oft nur wenige Worte. „Die Kürze hat eine große Bedeutung in meinen Arbeiten“, sagt er. Sprache wird zu Licht – zu Neon, das gleichzeitig verführt und hinterfragt.
Gerade diese Reduktion verleiht den Arbeiten ihre Schärfe. Zwischen Humor und Unbehagen entsteht ein Raum, in dem das Lachen fast zwangsläufig wird – nicht aus Leichtigkeit, sondern aus der Erkenntnis heraus, wie absurd unsere Realität geworden ist.
Seine international bekannten Neonarbeiten wie WHO CARES, TIME MATTERS oder TRUST? übersetzen Sprache in Licht und Raum – plakativ, direkt und zugleich ambivalent. Ergänzt werden sie durch Spiegelarbeiten und textbasierte Pieces, die den Betrachter mit sich selbst konfrontieren. Die neuen Arbeiten sind verfremdet und werden durch Collage und Photoshop neu interpretiert.
VA BENE SENZA RIDERE liefert keine Antworten. Aber sie trifft einen Nerv – klar, direkt und mit einem feinen Gespür für die Brüche unserer Zeit.
Einen Blick in die Ausstellung samt Insights und Interview mit dem sympathischen Künstler gibt es auf youtube.
Ausstellung:
VA BENE SENZA RIDERE
12. März – 11. April 2026
MAIIIM, Genua