Im Mittelpunkt der Serie von Frederik Rüegger stehen die Traveller-Gemeinschaften in Irland und Großbritannien – eine Minderheit, die sich oft als Fremdkörper im eigenen Land empfindet.
Diese Erfahrung der Ausgrenzung und kulturellen Isolation begleitete Rüegger bei seinen Reisen in die Community über zwei Jahre hinweg. Entstanden ist eine vielschichtige, einfühlsame Bildstrecke, die sowohl die Schönheit als auch die Verletzlichkeit einer bedrohten Kultur sichtbar macht. Die Fotos entstanden an Orten, an denen sich die Traveller-Gemeinschaft versammelt, um Traditionen zu bewahren - insbesondere auf Pferdemessen, die noch heute einen zentralen Bestandteil ihrer Identität darstellen. Die Serie dokumentiert ein Leben zwischen gelebtem Stolz und gesellschaftlicher Ausgrenzung.
Die Diskriminierung gegenüber den Travellern hat durch politische Entwicklungen wie den Brexit sowie die Zunahme von Hass und Fehlinformationen in sozialen Medien deutlich zugenommen. Viele Kommunen gehen mittlerweile aktiv gegen Traveller-Siedlungen vor und verhindern die Nutzung von Gemeinschaftsland, das traditionell von ihnen bewohnt wird. Die rechtlichen Einschränkungen und das gesellschaftliche Klima stellen eine akute Bedrohung für die Freiheit dieser Community dar.
Frederik Rüegger über seine Arbeit: „Mein Ziel ist es, eine intime und ehrliche Darstellung der Traveller-Gemeinschaften zu schaffen – mit Bildern, die sowohl die Schönheit ihrer Kultur als auch die Herausforderungen zeigen, denen sie täglich begegnen.“ 
Der 1993 in Worms geborene Fotograf Frederik Rüegger lebte mehrere Jahre als Model in New York, wo sich sein Interesse zunehmend auf die dokumentarische Fotografie verlagerte. Heute lebt und arbeitet er in Berlin. Sein Werk 'I Am a Stranger in This Country' entstand als Abschlussarbeit an der Ostkreuzschule für Fotografie und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet – u. a. als Finalist beim Taylor Wessing Photo Portrait Prize sowie bei den Sony World Photography Awards.
Der englische Kunstkritiker Gerry Badger über die Arbeit: "His vibrant, complex images capture all the excitement and social interaction in the country towns where Travellers traditionally meet — to display and trade horses — but also to engage in a wide range of cultural activities, including selling other goods and making music together. He was inspired, as a boxing enthusiast, by the fact that heavyweight Tyson Fury is a Roma — creating a wish to document a whole way of life that is under threat from both changes in contemporary society and prejudice in a post-Brexit nationalist Britain."
Das Buch ist bei Kehrer erschienen. Den Fotobuch-Verlag trifft man auf der Rencontres d'Arles 2025. Zur Eröffnungswoche der Rencontres d’Arles 2025 lädt Kehrer herzlich in den Pop-up-Buchladen in der Manuel Rivera-Ortiz Foundation ein – mitten im Herzen von Arles. Besucher:innen erwartet eine sorgfältig kuratierte Auswahl an Neuerscheinungen, fotografischen Raritäten und Bestsellern. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Bücher vor Ort von den Künstler:innen signieren zu lassen. Frederik Rüegger signiert sein Buch 'I Am a Stranger in This Country' am Dienstag 8. Juli.