GoSee 'CREATIVES TO WATCH' präsentiert mit Laura Dunkelmann eine herausragende Kreative, die visionäre Konzepte und Geschichten entwickelt. Sie kreiert Storytelling und visuelle Strategien für Medien, Marken, Events und Produkte. Die Ideen für Kampagnen und Videos, konzipierte Copy und Trendvorschauen werden sowohl im kommerziellen als auch im redaktionellen Bereich eingesetzt, wobei sie auch bewusst AI-Technologien implementiert.
Mit einem Fokus auf Beauty, Luxus und Kultur berät Laura zu Produktinnovationen, KI-Implementierung, 360°-Inhalten, Event-Konzepten sowie Trendanalysen und -prognosen. Als Beauty-Leiterin des TUSH MAGAZINS inszeniert sie Luxus-Marken in Editorials, kuratiert Künstler und arbeitet mit Größen der Branche an innovativem Storytelling, das in Print, Digital, Social Media bis zum Point of Sale eine Plattform findet. Menschen und Produkten über klassische Kampagnen hinaus eine Bühne zu geben und Menschen mit innovativem Storytelling zu begeistern, ist ihr Fokus.
Sie führte Interviews mit Pat McGrath, Francois Nars, Peter Philips, Guido Palau, Nadja Auermann oder  Miss Piggy. Trendagenturen wie WGSN und Peclers verweisen auf ihre Arbeit. Sie kooperiert mit Beauty-Marken wie Chanel, Schwarzkopf, Nars und Jean Paul Gaultier, aber auch mit Unternehmen wie Telekom oder Edding.
GoSee: Du entwickelst visionäre Konzepte für Beautymarken und bist Beauty-Leiterin des TUSH MAGAZINS. Erzähl uns mehr über Dich. Laura: Ich will inspirieren – mal durch Visuals, mal durch Worte, mal zum Kauf und auch auf kreativer Ebene. Die meiste Zeit beschäftige ich mich mit visuellen Konzepten: Wie kann man zum Beispiel einen Lippenstift neu zeigen? So, dass man Lust auf das Produkt bekommt, sich aber auch durch die Bilder unterhalten oder inspiriert fühlt? Welche Künstler können meine Idee realisieren, welcher Fotograf unterstreicht den Stil und wie geht die Story auf Social Media los und welche Aktivierung macht Sinn? Es geht dabei nicht immer nur um Produkte, sondern auch um Menschen (wie Influencer), Services (wie Friseure), Orte (wie Beauty Salons) oder Agenturen, die sich modern positionieren wollen und für die ich Ideen entwickle. Bei Bild- und Videokonzepten bin ich meist in die Realisierung involviert, kann Teams vorschlagen und bin am Set, um zu checken, dass alles so wird, wie gewünscht – oder am besten noch toller!
Zudem schreibst Du auch über Mode und Beauty und veröffentlichst Beiträge in Magazinen wie WWD Japan, Berliner Zeitung und Styliste France? Ich schreibe inzwischen sehr selten journalistische Texte. Wenn, sind es Themen oder Menschen, die mir sehr am Herzen liegen und neben TUSH nur für internationale oder spezielle Titel. Mein Lieblingsthema ist dabei Duft und Parfum, am besten mit einer Prise Psychologie.
Womit beschäftigst Du Dich gerade? Seitdem ich denken kann, beschäftigt mich die Frage: Was ist neu? Was ist schön? Ich möchte Menschen begeistern und im wahrsten Sinne das Leben schöner machen. Natürlich geht es auch immer um einen wirtschaftlichen Aspekt, aber ich glaube, gerade in der Beauty-Industrie braucht es Inspiration. Es geht ja eigentlich immer um ein Gefühl – und das zu vermitteln, auf möglichst spannende Art, ist mein Ziel. Ich bin sehr neugierig und immer auf der Suche nach dem, was noch nicht erzählt wurde.
Wie siehst Du aktuell die Rolle der AI in der Kreativbranche und wie implementierst du diese konkret in deinen kreativen Prozessen? In meiner Arbeit ist AI kein Ersatz, sondern ein Puzzleteil auf dem Weg zur Kampagne oder Editorial. Ich generiere vor allem Bilder, die ich in meine Konzepte einbaue und für Briefings nutze. Sowohl Künstler als auch Kunden können dann genau sehen, was ich meine – und ich kann schon die Moods entsprechend verfeinern. Das hilft enorm, vor allem wenn ich etwas vorschlage, was es noch nicht gibt – und ich kann selbst kleine Details sehr konkret vorstellen.
Manchmal nutze ich AI auch wie ein Brainstorming: Ich habe eine grobe Inspiration und möchte schauen, was daraus werden könnte – für so einen kleinen Test braucht es dann kein Budget oder Risiko. Auf Social Media zeige ich sehr viele dieser AI-Bilder und solche, die ich für Moodboards entwickelt habe – ich hoffe, dass Fotografen und Make-up Artists sich inspirieren lassen, dies Realität werden zu lassen. Ich habe bisher keine "echte" Arbeit mit AI ersetzt, ich würde sogar sagen, ich konnte mehr umsetzen, weil meine Konzepte viel genauer geworden sind.
Sonst nutze ich verschiedene KI-Tools für die Effizienz: zum Transkribieren, Übersetzen einfacher Texte zum Beispiel, oder Simultanübersetzung in Interviews.
Es gibt ständig neue Make-up-Trends und Entwicklungen. Was inspiriert dich an den Themen Schönheit, Luxus und Kultur, und warum wird es für dich nie langweilig? Gerade die Beauty-Branche ist extrem vielfältig: Make-up mit seinem künstlerischen Aspekt, Pflege ist schon fast medizinisch, Körper und Haar oft kulturell geprägt, Duft spielt sich nur auf der Gefühlsebene ab… Ich kann mir immer wieder einen neuen Punkt suchen, Ästhetik und Technologien entwickeln sich weiter und es ist extrem facettenreich. Außerdem ist Beauty sehr demokratisch: Egal wie alt man ist, wie groß oder klein, dick oder dünn, reich oder arm – einen Lippenstift kann jeder ausprobieren und zur Not wieder abwischen, die Einschränkung ist wesentlich kleiner als beispielsweise in der Mode, wo es eine bestimmte Figur oder ein Budget braucht, um einen Trend mitmachen zu können.
Wie beeinflusst deine Rolle als Beauty- und Redaktionsleiterin des TUSH MAGAZINS deine Herangehensweise an Kooperationen und Projekte? Und was meinst du, wenn du sagst, dass es dir wichtig ist, eine Stimme zu haben? Ich habe großes Glück, mit sehr tollen Kunden zu arbeiten, die sich wirklich ein Editorial wünschen und keine Nacherzählung ihrer Kampagnen. Wir dürfen Botschaften oder Produkte in den TUSH-Kosmos ziehen und neu sehen – eine Kampagne ist nur eine Sichtweise, und wir geben dann eine redaktionelle dazu. Die ist oft weniger plakativ, aber sehr wirkungsvoll für Image und Ansehen der Marke oder des Produktes. Es wird quasi eine neue, kreative Ebene freigeschaltet – ich kann als Beauty- und Editorial-Director die Geschichte noch mal aus einem anderen Blickwinkel erzählen.
Welche Trends bzw. Entwicklungen siehst du in der Zukunft der Kreativbranche, insbesondere im Beauty-Bereich, in dem du tätig bist? Und woran arbeitest du aktuell? Mental Health ist ein großes Thema, im Zusammenhang mit Produkten, der Branche allgemein und aber auch direkt in den Arbeitsbedingungen. Schönheit für innen wie außen quasi. Sehr spannend finde ich auch das Thema "Loyalty" – wie binden Marken ihre Kunden in der Zukunft? Da wird viel passieren und ich finde es super spannend, was man hier noch entwickeln kann.
Ich denke auch, dass im Beauty-Retail noch viel Potenzial ist, wenn ich z. B. nach Seoul schaue, wie dort Make-up verkauft wird: Das ist Entertainment mit super ausgefeilter Technologie. Was ich dort gesehen habe, fließt auf jeden Fall in meine kommenden Projekte. Und mein persönliches Lieblingsthema Parfum beschäftigt mich immer – gerade war ich auf der Art Basel – Kunst ist immer eine Inspiration für mich – und habe eine Story dazu gemacht, wer dort welche Düfte trägt (tushmagazine.com/die-parfums-der-art-basel/) – außerdem bereite ich mein Parfum-Substack vor, das ich Ende August launche.
Wir sind gespannt, womit uns Laura verführen wird - wir werden berichten. Anbei zeigen wir Euch eine Auswahl ihrer Arbeiten und mehr gibt es via dnklmnn.wordpress.com.