Im Winter 2025/26 verwandelt das legendäre Grand Palais in Paris seine monumentale Halle in ein kraftvolles Panorama zeitgenössischer Bildsprache: Vom 17. Dezember 2025 bis zum 5. April 2026 zeigt die amerikanische Künstlerin Mickalene Thomas im Rahmen der französischen Ausstellungshalle ihre bisher umfassendste Retrospektive unter dem Titel 'All About Love' und schreibt damit Kunstgeschichte: Sie ist die erste afroamerikanische Künstlerin, der eine große Einzelausstellung im Grand Palais gewidmet wird.
*All About Love' ist weit mehr als eine klassische Übersichtsschau; es ist ein Universum aus Gemälden, Fotocollagen, Installationen und Videoarbeiten, die über zwei Jahrzehnte von Thomas’ Schaffen bündeln. Mit ihrer charakteristisch prismenreichen Ästhetik lotet sie die Sichtbarkeit schwarzer Frauen im Kunstkanon aus - und feiert Schönheit, Stärke und Nachhaltigkeit als revolutionäre Figuren im historischen Diskurs.
Die Ausstellung verwebt Bilder von Freundinnen, Familie, Gefährtinnen und Ikonen mit kunsthistorischen Elementen. In opulenten, oft mit Strass besetzten Kompositionen lädt Thomas die Betrachter:innen ein, in Räume einzutreten, in denen Lust, Liebe und Selbstbestimmung nicht nur Motive sind, sondern als politische Akte gelten.
Ein zentrales Thema der Schau ist Liebe als emanzipatorische Kraft – ein Motiv, das auch der Ausstellung ihren Namen verleiht. Inspiriert von bell hooks’ grundlegender Schrift 'All About Love: New Visions' (1999) versteht Thomas Liebe als transformativen Impuls, der sowohl individuelles als auch kollektives Leben neu formen kann.
Für alle, die Paris in dieser Saison besuchen, ist diese Ausstellung ein unverzichtbarer Moment. Sie bietet nicht nur einen tiefen Einblick in das Werk einer der wichtigsten Stimmen der zeitgenössischen Kunst, sondern thematisiert gleichzeitig Fragen von Identität, Empowerment und kultureller Ermächtigung in einer Zeit, in der diese Begriffe mehr denn je Gewicht haben.