Zwanzig Jahre nach der bahnbrechenden Ausstellung reGeneration bekräftigt Photo Elysée mit 'Gen Z – Shaping A New Gaze' erneut sein Engagement für junge Artists. Die neue Ausstellung vereint 66 Kunstschaffende aus aller Welt, geboren zwischen Mitte der 1990er-Jahre und 2010 - eine Generation, die Normen infrage stellt, Codes herausfordert und ihren Platz in einer sich wandelnden Welt neu definiert.
Durch intime Erzählungen, vielfältige Identitäten, neu gedachte familiäre Bindungen und eine sensible Auseinandersetzung mit Körper und Geschlecht eröffnet Gen Z einen vielstimmigen Blick auf die Gegenwart. Die beteiligten Artists artikulieren ihr Bedürfnis nach Repräsentation und ihren Wunsch, in einem instabilen globalen Kontext Gehör zu finden.
Besonders spannend sind die zahlreichen Positionen von Studierenden und Absolventen der renommierten ECAL (École cantonale d’art de Lausanne), deren Arbeiten eindrucksvoll zeigen, wie stark diese Generation neue visuelle Sprachen formt und gesellschaftliche Themen mit ästhetischer Experimentierfreude verbindet.
Als immersives Erlebnis konzipiert, führt die Ausstellung durch die Themen und Fragestellungen, die diese Generation prägen. Sie gliedert sich in vier Kapitel, die jeweils Einblicke in die Hoffnungen, Kämpfe und Visionen einer jungen Generation geben, die sich kreativ ausdrückt, kritisch hinterfragt und immer wieder neu erfindet.
1. Mapping a Sense of Belonging – Kartierung der Zugehörigkeit
Dieses erste Kapitel widmet sich dem Zuhause als Fundament der Identität. Ob Zufluchtsort oder Spannungsfeld – hier wird es in seiner ganzen Komplexität dargestellt. Durch Archive, Erinnerungen, vererbte Traumata und neue Formen des Zusammenlebens hinterfragen die Fotograf:innen, wie persönliche und kollektive Identitäten entstehen und sich verändern.
2. Shifting Realities – Verschobene Realitäten
Über den häuslichen Raum hinaus richten die Künstler:innen den Blick auf eine Welt im politischen, klimatischen und sozialen Umbruch. Ihre Arbeiten erzählen von Exil, Instabilität und Resilienz. Wenn Gewissheiten ins Wanken geraten, Ökosysteme kollabieren und Migration zunimmt, wird das Konzept von „Zuhause“ brüchig. Die Werke spiegeln die Spannung zwischen Verwurzelung und Entwurzelung wider.
3. Beyond the Mirror – Jenseits des Spiegels
Der Körper, lange als Kern der Identität verstanden, wird hier als Ort der Transformation erforscht. Viele Vertreter:innen der Generation Z hinterfragen Geschlechternormen und Stereotype. In ihren Bildern verleihen sie Emotionen Gestalt und erkunden mentale wie seelische Räume. Der Körper wird zu einer Sprache, die Unsichtbares sichtbar macht.
4. Multiplying Perspectives – Vielfältige Perspektiven
Das abschließende Kapitel verknüpft Fragen von Rasse, Geschichte und Kultur. Durch die Rückeroberung eigener Narrative stellen die Künstler:innen dominante Darstellungsformen infrage und entwickeln neue visuelle Ausdrucksweisen. Fotografie wird zum Werkzeug des Widerstands und der Veränderung – und lädt dazu ein, unsere Sicht auf die Welt neu zu denken.
Zur Ausstellung erscheint ein Begleitbuch im Pariser Verlag Textuel mit einem Vorwort der Journalistin Salomé Saqué.
Artists:  Delali Ayivi (TG/DE, 1996), Chloé Azzopardi (FR, 1994), Hidhir Badaruddin (SG, 1995), Daveed Baptiste (US, 1997), Clara Belleville (FR, 1996), Sara Benabdallah (MA, 1995), Jeremy Chih-Hao Chuang (TW, 1997), River Claure (BO, 1997), Thaddé Comar (FR/CH, 1993), Matthieu Croizier (FR/CH, 1994), Sara De Brito Faustino (PT/NL, 1999), Alina Frieske (DE, 1994), Claudia Fuggetti (IT, 1993), Florian Gatzweiler (DE, 1998), Sascha Levin (DE, 2000), Devashish Gaur (IN, 1996), Valerie Geissbühler Pacheco (CH/PE, 1999), Toma Gerzha (RU, 2003), Mahalia Taje Giotto (CH/IT, 1992), Salomé Gomis-Trezise (FR/GB, 1999), Lea Greub (DE, 1998), Pia-Paulina Guilmoth (US, 1993), Marvel Harris (NL, 1995), Thembinkosi Hlatshwayo (ZA, 1993), Lorane Hochstätter (CH, 2001), Ben Hubert (GB, 2002), Francesca Hummler (US/DE, 1997), Matej Jurčević (HR, 1995), Lisa Karnadi (ID, 1997), Nur Aishah Kenton (SG/GB, 1998), Mayssa Khoury (LB/US, 1997), Ahmed Khirelsid (SD, 2001), Maria Kniaginin-Ciszewska (PL, 1998), Jude Lartey (GH, 2000), Phu’o’ng Nguyên Lê (VN, 2002), Quil Lemons (US, 1997), Yun Ping Li (ES, 1998), Margaret Liang (CN, 1998), Vuyo Mabheka (ZA, 1999), Isabella Madrid (CO, 1999), Luna Mahoux (BE, 1996), Gabriela Marciniak (PL, 1996), Dimakatso Mathopa (ZA, 1995), Sara Messinger (US/DE, 1998), Steven Molina Contreras (US, 1999), Cheryl Mukherji (IN, 1995), Noyan (CH/TR, 1999), Daniel Obasi (NG, 1993), Alice Pallot (FR, 1995), Laurence Philomène (CA, 1993), Soyeohang Rai (IN, 2001), Carla Rossi (IT, 1999), Emma Sarpaniemi (FI, 1993), Rachel Seidu (NG, 1997), Fatimazohra Serri (MA, 1995), Suwa Shin (KR, 2000), Charlie Tallott (GB, 2000), D. M. Terblanche (ZA, 1998), Agate TÅ«na (LV, 1996), Varvara Uhlik (UA, 1997), Farren van Wyk (NL/ZA, 1993), Tianyu Wang (CN, 1997), Ziyu Wang (CN, 1998), Sophia Wilson (US, 2000), Zhidong Zhang (CN, 1996) und Andong Zheng (CN, 1992).
GEN Z – SHAPING A NEW GAZE
19. September 2025 – 1. Februar 2026
Photo Elysée