Als 2022 viele ukrainische Geflüchtete nach Neustrelitz kamen, wollten Katja Thiede und ihr Mann Christian einen Ort für einfache Begegnungen schaffen. Da Sport ohne Sprachbarrieren funktioniert, stellten sie kurzerhand zwei Tischtennisplatten in ihren eigenen Garten.
Seit Januar 2025 hat das Projekt ein festes Zuhause in einem ehemaligen Friseursalon in der Elisabethstraße 33 in Neustrelitz. Auf rund 100 Quadratmetern stehen dort professionelle Platten bereit.
Für das Chrismon Maagzin besuchte Fotograf Norman Konrad den Salon.
Im Pingpong-Salon von Katja Thiede in Neustrelitz geht es längst nicht nur um Sport. Hier treffen sich Menschen, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären: Junge und Alte, Zugezogene und Einheimische, Ingenieure, Rentnerinnen, Familien und Singles.
Was mit zwei Tischtennisplatten im eigenen Garten begann, ist heute ein lebendiger Treffpunkt mitten in der Stadt. Es wird gespielt, geredet, gelacht, Skat gespielt, Gedichte vorgelesen und über das Leben gesprochen.
"Katja Thiede bringt Farbe in die Stadt. Wenn sie Briefe an die Hausverwaltung schreibt, ist Konfetti im Umschlag. Genauso bunt sind auch ihre Projekte. Thiede hat den Pingpong-Salon gegründet. Sie hat es geschafft, dass mittlerweile sogar Berlinerinnen und Berliner eineinhalb Stunden Fahrtzeit auf sich nehmen. Dass mehrmals in der Woche Menschen – die sich sonst womöglich nie begegnen würden – zusammenkommen, um zu spielen." so das Chrismon Magazin.
Die Soziologie nennt solche Orte „Dritte Orte“ – Räume zwischen Zuhause und Arbeit, die Gemeinschaft schaffen. Für viele Besucherinnen und Besucher ist der Salon genau das geworden: ein Ort, an dem man dazugehören kann, ohne etwas leisten zu müssen.
"Es gibt selten Räume, in denen man nicht bewertet wird für das, was man erzählt", sagt eine der Besucherinnen. Der Salon blieb nicht unbemerkt: Für sein starkes Engagement für die Stadtgemeinschaft wurde das Projekt bereits in 2025 mit dem Deutschen Nachbarschaftspreis ausgezeichnet.
Das monatlich erscheinende evangelische Magazin chrismon gehört mit einer verbreiteten Auflage von rund 1,5 Millionen Exemplaren zu den reichweitenstärksten und profiliertesten Printtiteln im deutschsprachigen Raum. Als hochwertige Beilage in renommierten Tages- und Wochenzeitungen (darunter Die Zeit, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung und Die Welt) erreicht es ein anspruchsvolles, bildungsnahes Millionenpublikum.
Fotograf Norman Konrad wird von der Hamburger Agentur DOUBLE T vertreten.
GoSee : pingpongsalon.de + chrismon.de