Unter dem Motto NORDWÄRTS! ist das Outdoor-Photo-Festival in 2022 dem nordeuropäischen Skandinavien gewidmet. In einer gigantischen Open-Air-Galerie – 1.500 großformatige Bilder, in 28 Ausstellungen, auf einer Länge von sieben Kilometern – zeigen einige der weltbesten Fotograf:innen aus dem Hohen Norden ihre faszinierenden Bilderwelten in den Parks und Gärten und der Innenstadt von Baden : "Mit ihren unterschiedlichen fotografischen Ansätzen – einige erforschen die Härte ihrer Umwelt, andere die Komplexität unserer modernen Entwicklungen – ist ihnen eine Sichtweise gemeinsam, die mit Poesie vermischt ist, gelegentlich einen Hauch von Surrealismus aufweist, aber immer darauf bedacht ist, das Bewusstsein für ein besseres Verständnis der Welt von morgen zu schärfen." so das Festival.
NORDWÄRTS! ist eine Gelegenheit, die schöpferische Kraft von Künstlern aus Nordeuropa hervorzuheben, die seit den Anfängen der Fotografie eine besondere Verbindung mit der Rauheit ihrer Heimat aufrechterhalten haben. Für die Bewohner Dänemarks, Finnlands, Islands, Norwegens und Schwedens sind die Einsamkeit und die wilde Natur ein wesentlicher Bestandteil ihrer Beziehung zur Welt.
Es ist kein Wunder, dass die Länder des Nordens mit ihrer wirtschaftlichen Gesundheit zu den angenehmsten Nationen gehören, in denen man leben kann. Regelmäßig von Frost und Kälte gelähmt und an die freie Natur gewöhnt, haben sie eine jahrhundertealte Tradition des politischen Konsenses, der Ablehnung von Konflikten und der gesellschaftlichen Entwicklung auf der Grundlage der strikten Erhaltung der natürlichen Ressourcen entwickelt.
Deshalb ist es verständlich, dass die schwedische Teenagerin Greta Thunberg zum neuen Gesicht des Klimawandels für die Jugend der Welt geworden ist: Sie weiß, dass schmelzende Gletscher und Meereis nicht weit von zu Hause entfernt sind und dass es sich dabei nicht um eine Illusion handelt.
Künstler:innen, die uns Skandinavien auf ganz besondere Weise näherbringen sind: Sune Jonsson, Pentti Sammallahti, Tiina Itkonen, Ragnar Axelsson, Tine Poppe, Sanna Kannisto, Erik Johansson, Helena Blomquist, Jonas Bendiksen, Jonathan Nächstrand und Olivier Morin.
Im zweite Erzählstrang des Festivals beleuchten zwei Ausnahmefotografen den Zustand unserer Umwelt: „This empty World“ von Nick Brandt ist eine eindrucksvolle Illustration einer Welt, in der für Tiere, die von der zügellosen menschlichen Entwicklung überwältigt werden, kaum noch Platz zum Überleben ist. Und Mathias Depardon zeigt mit „Die Tränen des Tigris“ in beeindruckenden Bildern den langsamen Todeskampf eines Flusses.
Erstmals gibt es in diesem Jahr einen Schwerpunkt österreichischer Fotografinnen: Magnum-Fotografin Inge Morath, die Doyenne der österreichischen Fotografie Christine de Grancy und die junge Künstlerin Verena Andrea Prenner mit „Camping“, ein Fotoprojekt über den Lebens-Unzustand Flüchtlingslager.
Niederösterreich - in 1920 als eigenes Bundesland konstituiert - wird 100 Jahre alt. Aus diesem Anlass würdigt das Festival La Gacilly-Baden Photo seine Heimat mit zwei besonderen Arbeiten und zeigt in alten Ansichtspostkarten wie das alles damals war .... und mit der Arbeit des erst 20-jährigen Gregor Schörg über das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal, die Schönheit unberührter Natur in einem der größten Urwälder Mitteleuropas.
In der Edition Lammerhuber ist der Festivalkatalog NORDWÄRTS! erschienen. Deutsch/Englisch; 17 x 23 cm; 272 Seiten; 123 Fotos, Softcover; 24,00 Euro.