ORIENT! stellt Fotograf:innen aus dem Iran, Afghanistan und Pakistan in den Mittelpunkt. Drei Länder, die Heimat einer jahrtausendealten Zivilisation sind, einer einzigartigen künstlerischen Kreativität und mutiger Autor:innen, die sich die Fotografie ausgesucht haben, um ihren Platz in der Gesellschaft zu definieren. Mit rebellischen und tief verwurzelten Hoffnungsbilder begibt sich das Festival auf eine fotografische Reise zwischen Licht und Schatten. In einer gigantischen Open-Air-Galerie mit rund 1.500 Fotos im Großformat, in 30 Ausstellungen und auf einer Länge von sieben Kilometern zeigen die weltbesten Fotograf:innen ihre faszinierenden Bilderwelten in den Parks und Gärten und der Altstadt von Baden. Die Stadt wird wieder für vier Monate zu einer Bilderstadt.
Die Auswahl an Werken entführt in eine Welt, die sowohl vertraut als auch völlig neu ist und lädt ein, sich mit den Komplexitäten des Orients auf eine Weise zu befassen, die negative Stereotypen und Vorurteile in Frage stellt. Die Fotografie ist zweifellos eines der prägnantesten Werkzeuge zur Erkundung der Conditio humana – und ein einzigartiges Plädoyer für Toleranz und Frieden. In diesem Sinne sind die Fotograf:innen des Festivals nicht nur großartige Künstler:innen sondern auch Zeitzeug:innen: Abbas, Gohar Dashti und Hamed Noori, Ebrahim Noroozi, Maryam Firuzi, Hashem Shakeri, Paul Almasy, Véronique de Viguerie, Fatimah Hossaini, Shah Marai und Wakil Kohsar, Sarah Caron.
Der zweite große Erzählstrang des Festivals beschäftigt sich mit dem weltweiten Klimazusammenbruch, dem drohenden Ökozid. Dennoch sind alle Fotografien Zeichen des unerschütterlichen Glaubens an die Zukunft. Seit seiner Gründung ist das Festival nie von seinem Auftrag abgewichen die Schönheit der Natur ebenso zu zeigen wie die Notwendigkeit zu thematisieren, sie zu schützen. Die Fotograf:innen des Festivals wollen entschieden Teil der Bemühungen sein, das schönstes gemeinsames Gut zu bewahren – den Planeten Erde: Mélanie Wenger, Bernard Descamps, Gabriele Cecconi, Stephan Gladieu, Money Sharma, Reporter ohne Grenzen, Brigitte Kössner-Skoff und Gerhard Skoff, Antonin Borgeaud, Jérôme Blin, Alisa Martynova, Maxime Taillez, Chloé Azzopardi.
Das bilaterale Fotoprojekt der Schulen des Morbihan in der Bretagne und in Niederösterreich ist dieses Jahr dem Thema Öffnungen gewidmet. Ob im wörtlichen oder übertragenen Sinne, der Begriff der Öffnung umfasst auch Kommunikation und Reisen zu neuen Orten oder Menschen. Letztlich stellt er die Frage nach der Konstruktion unserer individuellen und kollektiven Identität und unserer Beziehung zu anderen.
Die österreichische Fotografie ist durch Rudolf Koppitz, Horst Stasny und die Niederösterreichischen Berufsfotograf:innen vertreten. Dazu kommen drei Auftragsarbeiten: Cathrine Stukhard hat das Weltkulturerbe von Vichy besucht, Gregor Schörg zeigt den zweiten Teil seiner Arbeit über das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal und Brigitte Kössner-Skoff und Gerhard Skoff haben die „Lebenden Brücken“ in Indien erforscht.
CEWE – Our World is Beautiful: Die Ausstellung der Siegerfotos des mit fast 700 000 Bildern aus 170 Ländern größten Fotowettbewerbes der Welt, werden das Festival ebenso abrunden wie die Rückschau auf 2022 in den Bildern des Artist in Residence Pascal Maitre.
Unter dem Leitgedanken Culture of Solidarity wird die Zusammenarbeit mit den Festivalpartnern Garten Tulln, Celje in Slowenien und dem Monat der Fotografie in Bratislava auch 2023 fortgesetzt werden.
Festivalkatalog ORIENT!
Deutsch/Englisch; 18 x 24 cm; 272 Seiten; 155 Fotos, Softcover; 24,00 Euro.
Das Buch PAKISTAN, das das fotografische Werk von Sarah Caron würdigt, ist begleitend zum Festival in der Edition Lammerhuber erschienen.
Deutsch, Englisch, Französisch; 22,5 × 27,5 cm;144 Seiten; 72 Fotos; 49,90 Euro