Das Lausanner Fotografie-Museum Photo Elysée präsentiert eine umfassende Ausstellung, die einem der bekanntesten japanischen Fotografen gewidmet ist. Die vom Instituto Moreira Salles (Sao Paolo, Brasilien) organisierte Retrospektive macht nach Berlin und London nun auch in der Schweiz Halt. 'Daido Moriyama. "Es ist unmöglich, über die Geschichte der Fotografie zu sprechen, ohne ihn zu erwähnen. Und in Japan ist er ein Kultkünstler", so Museumsdirektorin Nathalie Herschdorfer bei der Eröffnung. Die Retrospektive' ist bis zum 23. Februar 2025 zu sehen. Eine Preview hier bei GoSee.
Daido Moriyama zählt zu den bedeutendsten Straßenfotografen und hat unsere Wahrnehmung von Städten und Medien nachhaltig beeinflusst. In dieser umfassenden Retrospektive, kuratiert von Thyago Nogueira, werden zentrale Momente seiner fast 60-jährigen Karriere präsentiert.
Geboren 1938 in Osaka, wuchs Moriyama im Japan der Nachkriegszeit auf und dokumentierte den Konflikt zwischen Tradition und westlichen Einflüssen. Die Fotografie verstand er als eine durch die Massenmedien geprägte Sprache der Demokratie. Seine Inspiration fand er bei amerikanischen Künstlern wie William Klein und Andy Warhol.
Die Ausstellung zeigt Moriyamas Entwicklung von den frühen Arbeiten für japanische Zeitschriften bis zu seiner Teilnahme an der Provoke-Bewegung. Bekannt für seine unscharfen, körnigen Bilder, umfasst die Retrospektive auch wenig gezeigte Farbfotografien aus seinem Archiv.
In den 1980er-Jahren wandte sich Moriyama erneut der Straßenfotografie zu und reflektierte über seine Identität und die Natur der Fotografie. Arbeiten wie „Labyrinth“ und „Pretty Woman“ hinterfragen den linearen Aspekt der Erinnerung sowie die Verführungskraft von Werbung.
Die Ausstellung schließt mit einem Überblick über Moriyamas Zeitschrift „Record“, die seine Erkundungen von Städten und Medien dokumentiert. Seit ihrer Wiederaufnahme 2006 umfasst sie mittlerweile 57 Ausgaben, die experimentelle Plattformen für seine künstlerischen Herausforderungen bieten.
Während seiner gesamten künstlerischen Laufbahn hat Daido Moriyama nie aufgehört, sich mit der Frage nach dem Wesen der Fotografie auseinanderzusetzen. Er hat alles Dogmatische in der Kunst und die Fetischisierung von Vintage-Prints abgelehnt und stattdessen auf eine bedingungslos zugängliche und reproduzierbare Fotografie gesetzt. Da der überwiegende Teil seiner Arbeit für Publikationen und Printmedien produziert wird, hat das Ausstellungspublikum hier die Gelegenheit, seine bedeutendsten Beiträge in Zeitschriften und Büchern zu bewundern und auch eine Auswahl an japanischen und englischen Editionen zu sehen. Photo Elysée
Daido Moriyama hat die Fotografie von dogmatischen Ansätzen befreit und präsentiert bedeutende Beiträge in Zeitschriften und Büchern. Die Retrospektive, organisiert vom Instituto Moreira Salles in São Paulo und der Daido Moriyama Photo Foundation, wurde von The Guardian als beste Fotografieausstellung 2023 in London ausgezeichnet und ist eine der umfangreichsten Ausstellungen zu seinem Werk. Begleitend zur Ausstellung ist der Katalog *Daido Moriyama. A Retrospective* im Prestel Verlag erschienen.
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