Das MOP zeigt die erste Retrospektive von David Bailey in Spanien in einem atemberaubenden Ambiente. David Bailey’s Changing Fashion ist eine wegweisende Ausstellung, die die revolutionäre Wirkung von Baileys Fotografie in den 1960er und 1970er Jahren feiert.
Anstatt sich im inszenierten Studio aufzuhalten, tauschte Bailey die kontrollierte Umgebung gegen die raue Realität der Straßen und eroberte damit die Modewelt. Seine Arbeit mit seiner ersten großen Muse Jean Shrimpton setzte den revolutionären Ton für das kommende Jahrzehnt. Bailey ist ein Meister der musikalischen Porträtfotografie. Als begeisterter Trompetenspieler in seiner Jugend hatte er ein instinktives Verständnis dafür, was Musiker ausmacht. Seine frühesten Bilder der Beatles und der Rolling Stones fangen genau die Unterschiede zwischen den Bands ein. In den Worten von Martin Harrison: „Die Stones locker und lässig, die Beatles diszipliniert und kontrolliert.“ Seine frühe Arbeit mit beiden Bands legte den Grundstein für die britische Invasion in New York.
Bailey wurde nicht nur der führende Fotograf bei Vogue, sondern auch selbst zur Berühmtheit. Seine „Box of Pin-ups“ (1965), die das Herzstück der Ausstellung bildet, ist ein Essay über die vergängliche Natur des Ruhms. Bailey fotografierte jeden seiner 36 Models in enger Kopf-Schulter-Aufnahme vor einem grell ausgeleuchteten weißen Hintergrund. „Box of Pin-ups“ ist Baileys bedeutender Beitrag zur Fotografie der 1960er Jahre.
Als die Sechziger zu Ende gingen, war Bailey seit einem Jahrzehnt der führende Vogue-Fotograf. Seine Weigerung, sich auf einen einzigen Stil oder ein Format festlegen zu lassen, erwies sich als seine größte Stärke. Seine Porträts aus den 70ern zeichnen sich durch eine ungezwungene Freiheit aus. Marie Helvin war der Auslöser für eine wichtige Veränderung in Baileys Fotografie. „Marie hat meinen Stil verändert… Ich begann, mit Aktfotografie und dem Körper zu experimentieren.“
Die Ausstellung ist ein beeindruckendes Porträt eines Künstlers, der die visuelle Sprache der 1960er und 1970er Jahre definierte und sich durch ständige Experimente und technische Innovationen immer wieder neu erfand – ein Fotograf, der, in den Worten von Damien Hirst, „die Welt um sich herum in den letzten fünfzig Jahren geprägt hat.“
Wer es nicht nach Spanien schafft – die Fondation bringt zur Ausstellung einen Bildband heraus: Veröffentlicht von MOP Books zur Begleitung der Ausstellung David Bailey’s Changing Fashion ist dieses Buch eine eindrucksvolle Erinnerung daran, dass Bailey ein Meister einer einzigartigen visuellen Sprache ist. Die 176 abgebildeten Fotografien zeichnen den beeindruckenden Werdegang Baileys nach – von seinen Anfängen im East End Londons bis zu seinen späten Porträts. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf den 1960er und 1970er Jahren – zwei Jahrzehnten bahnbrechender Bildkunst, in denen Bailey die Regeln neu schrieb und die Modefotografie für immer veränderte. Dabei fing er den zerbrechlichen Glamour der Zeit ein, gab einer ganzen Generation Kraft und zauberte ein Lächeln auf die Gesichter einer Welt, die sich gerade von den Schrecken des Krieges erholte.
About - Gegründet wurde die Marta Ortega Pérez Foundation 2022 in A Coruña, eine Hafenstadt auf einer Landzunge in der Region Galizien im Nordwesten Spaniens und Geburtsort der Inditex Gruppe. Neben Fotografie-Ausstellungen großer Meister - wie Peter Lindbergh, Steven Meisel oder Helmut Newton -  fördert die MOP Foundation weitere kulturelle Aktivitäten und verfügt über eine eigene Buchhandlung. Der Eintritt der Ausstellungen ist frei. Die Einnahmen aus dem Verkauf von Ausstellungsmaterialien ermöglichen das Programm Future Stories, das junge Kreative am Anfang ihrer künstlerischen Laufbahn unterstützt. Jede Ausstellung wird von einem Bildungsprogramm begleitet, das von lokalen Künstlern geleitet wird und die Werke bedeutender Fotografen in galicische Schulen bringt, um deren Arbeiten vertieft zu vermitteln.