Mit 25 Jahren Erfahrung in der kreativen Produktion zählt Alice Feja zu den erfahrensten Art Buyerinnen und Produzentinnen Deutschlands. Ihre Karriere begann bei Scholz & Friends in Hamburg. Es folgten 22 Jahre bei Kolle Rebbe, wo sie das Art Buying maßgeblich prägte. Heute ist sie als Head of Art Production bei Accenture Song Brand Germany tätig – der kreativen Einheit von Accenture, die für ihre technologiegetriebenen und relevanten Markenlösungen bekannt ist.​
In ihrer Laufbahn hat Alice Feja zahlreiche Foto- und Filmproduktionen für namhafte Marken wie Lufthansa, Audi, Hansgrohe, Aldi, Misereor und Zalando verantwortet. Ihr Fokus liegt auf der Besetzung von Talenten, der Organisation komplexer Produktionen und der Sicherstellung höchster Qualitätsstandards. Mit ihrem tiefen Verständnis für Markenkommunikation und ihrer Leidenschaft für visuelle Ästhetik hat sie entscheidend dazu beigetragen, dass Marken emotional und relevant in der Wahrnehmung der Konsumenten bleiben.
Neben ihrer Tätigkeit bei Accenture Song engagiert sich Alice Feja als Jurorin für Fotografenwettbewerbe und Viewings. Sie kuratiert Ausstellungen und Projekte wie "Weitsprung" und ist seit vielen Jahren Teil der GoSee-Familie. Mit ihrer Expertise im Bereich Foto, Film und Kampagnen unterstützt sie die GoSeeAWARDS und die UPDATE Berlin. Wir freuen uns sehr, dass Alice auch in diesem Jahr wieder als Expertin bei der UPDATE Berlin dabei ist und sich die Agenturen sowie den Showcase mit selektierten Fotografen anschauen wird.​
Alice, du bist schon so lange Art Buyerin wie es GoSee gibt - was begeistert dich heute noch an deiner Arbeit? Alice: Mich begeistert an meiner Arbeit als Art Producerin vor allem die Verbindung von Kreativität und präziser Umsetzung. Ich liebe es, Talente zu entdecken, die richtigen Menschen zu Teams zusammenzuführen und Prozesse so zu gestalten, dass am Ende nicht nur ein visuell starkes Ergebnis steht, sondern auch ein wertvoller kreativer Austausch entsteht.
Dass meine Arbeit über all die Jahre hinweg nicht an Spannung und Relevanz verliert, liegt nicht nur an der ständigen Veränderung der Bildsprachen und der Einführung neuer Technologien und Tools. Es ist vor allem die Tatsache, dass jede Kampagne, jeder Kunde und jedes Produkt eine neue Aufgabe darstellen, die es erfordert, individuelle Umsetzungswege zu finden. Diese ständige Vielfalt und der kreative Anspruch machen meine Arbeit lebendig und faszinierend.
Accenture Song Brand Germany setzt auf das Motto „Wachstum durch Relevanz“. Wie gelingt es dir, dieses Leitbild in der Art Production konkret umzusetzen und sicherzustellen, dass jede Produktion sowohl kreativ als auch für die Zielgruppe relevant bleibt? Alice: „Wachstum durch Relevanz“ ist für uns kein abstraktes Motto, sondern eine tägliche Leitlinie im Art Producing und im Influencer Marketing Management. Ich arbeite eng mit Kreativen, Strateg:innen, Kund:innen, Fotgraf:innen und Creator:innen zusammen, um Inhalte zu schaffen, die nicht nur schön, sondern auch bedeutungsvoll sind. Dafür ist eine gute Balance zwischen handwerklicher Qualität, mutigem Storytelling und einem feinen Gespür für gesellschaftliche Entwicklungen und visuelle Trends wichtig.
Du engagierst dich auch als Jurorin für Fotografenwettbewerbe und Viewings. Was sind für dich die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl von Fotografen? Ich achte besonders auf eine klare visuelle Handschrift, konzeptionelle Stärke und Authentizität. Mich interessiert, ob ein:e Fotograf:in etwas zu erzählen hat – sei es über die Bildsprache, Perspektiven oder Emotionen. Technische Perfektion ist dabei längst nicht alles. Es geht vielmehr darum, ob eine Arbeit berührt, überrascht und hängen bleibt. Und natürlich spielt auch die Konsistenz innerhalb einer Serie oder eines Portfolios eine wichtige Rolle.
Mit Projekten wie "Weitsprung" und deiner Unterstützung der GoSeeAWARDS und der UPDATE Berlin trägst du zur Förderung der kreativen Szene bei. Was bedeutet für dich die Vernetzung und Unterstützung von Nachwuchstalenten in der Branche? Alice: Die Förderung von Nachwuchstalenten und insbesondere die Unterstützung weiblicher Artists ist mir eine Herzensangelegenheit. Die persönlichen Kontakte spielen dabei eine essenzielle Rolle für meine Arbeit – denn es ist meine Aufgabe, Fotograf:innen mit den passenden Kreativpartner:innen und Kund:innen zu vernetzen. Dabei betrachte ich eben nicht nur das Portfolio, sondern beziehe auch die individuelle Arbeitsweise, kreative Handschrift und Persönlichkeit mit in den Auswahlprozess ein.
In deiner langen Karriere hast du zahlreiche Foto- und Filmproduktionen verantwortet. Gibt es ein Projekt, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist, und wenn ja, warum? Alice: Es gibt zahlreiche Projekte, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind. Dabei ist es weniger die Größe oder das Budget eines Projekts, die es unvergesslich machen, sondern immer die Menschen, mit denen man zusammengearbeitet hat. Die echte Magie entsteht immer in der Zusammenarbeit. Kreative Synergien, gemeinsame Herausforderungen und das gegenseitige Vertrauen, das ist es, was ein Projekt zu etwas Außergewöhnlichem macht
Wie siehst du die Zukunft der kreativen Produktion in einer zunehmend digitalisierten Welt, und welche Rolle spielen dabei Technologien wie Künstliche Intelligenz? Alice: Digitale Tools und KI wird die kreative Produktion nicht ersetzen, sondern transformieren. Die spannendsten Entwicklungen entstehen wahrscheinlich im Zusammenspiel von Mensch und Maschine - an dem Punkt, wo Technik nicht als Ersatz, sondern als Erweiterung menschlicher Vorstellungskraft fungiert.
Zudem ist es seit jeher so, dass jedem technologischen Fortschritt auch ein gegenläufiger Trend gegenübersteht. In der Fotografie manifestiert sich das meines Erachtens in einem zunehmenden Fokus auf Authentizität, menschlicher Nähe und Handwerk – einer Sehnsucht nach echten Geschichten inmitten algorithmisch erzeugter Bilder.