David Szauder ist ein visueller Künstler und Regisseur, dessen Kurzfilme wie bewegte Studien über Rhythmus, Form und Transformation wirken. Bekannt geworden ist er vor allem durch seine auf Instagram veröffentlichten Videoarbeiten, in denen sich digitale Choreografie, skulpturale Animation und poetische Abstraktion zu einer eigenständigen Bildsprache verbinden. Seine Werke erinnern an den experimentellen Geist früher Bauhaus-Bühnen- und Ballettfilme – und sind zugleich fest in der zeitgenössischen Bildproduktion verankert.
Szauders Filme folgen keiner klassischen Erzählstruktur. Statt einer linearen Geschichte stehen Bewegung, Spannung und Wiederholung im Mittelpunkt. Körper verwandeln sich in Zeichen, Stoffe werden zu architektonischen Strukturen, Gesten lösen sich in ornamentale Muster auf.
Subtile Bezüge zur Kunstgeschichte, zur Mode und zur Performance durchziehen seine Arbeiten. Sie wirken zugleich futuristisch und vertraut, technisch avanciert und emotional zugänglich. Ein zentrales Element seiner Praxis ist der bewusste Einsatz von KI als künstlerisches Medium. Für Szauder ist KI kein bloßes Werkzeug zur Effizienzsteigerung, sondern ein Raum für Experiment und Unvorhersehbarkeit. Generative Prozesse dienen ihm dazu, Imperfektion, Rhythmus und emotionale Resonanz auszuloten. Digitale Artefakte und Instabilitäten werden hervorgehoben - Glitches verwandeln sich in expressive Mittel. In den Brüchen und Störungen entsteht eine eigene Form von Schönheit.
Mit dem im gestalten Verlag erschienenen Band 'Glitches & Glory' legt Szauder eine Monografie vor, die tiefer in sein künstlerisches Universum eintaucht. Das Buch versammelt Arbeiten aus seinem bewegten Bildkosmos und überträgt deren Dynamik in den statischen Raum der Publikation. Es bietet nicht nur einen Überblick über sein Schaffen, sondern fungiert als reflektierte Erweiterung seiner filmischen Praxis.
'Glitches have become a new visual language, reshaping digital aesthetics and expanding creative possibilities. As technology redefines how we create and perceive images, artists push boundaries, transforming fragmented data into striking, unexpected compositions. Glitches & Glory traces this evolution through the work of David Szauder, who fuses digital techniques with artistic vision to craft layered, thought-provoking visuals.' gestalten Verlag
Der ungarische Künstler hat seine Werke in Institutionen wie dem Pompidou Centre in Paris und dem Leonardo Museum in Mailand ausgestellt. Von 2009 bis 2014 war er als Kurator am Ungarischen Kulturinstitut in Berlin tätig. Darüber hinaus war David Szauder Gastdozent an der Filmuniversität Potsdam und leitet seit 2010 Workshops zu interaktiven Medien in Berlin und Budapest. Seit 2023 unterrichtet er KI-Kurse an der Moholy-Nagy University of Art and Design.
Er steht für eine neue Generation von Künstler:innen, die Technologie nicht als Gegensatz zur Kunst begreifen, sondern als deren natürliche Erweiterung. Seine Arbeiten zeigen, dass im digitalen Rauschen nicht nur Störung, sondern auch Glanz liegt - wenn man bereit ist, genau hinzusehen.