Franz Gertsch (1930–2022) zählt zu den bedeutendsten Künstlern des Fotorealismus und der modernen Holzschnittkunst. Die retrospektive Ausstellung in den Deichtorhallen Hamburg (13. Dezember 2024 – 4. Mai 2025) zeigt eine umfassende Werkschau aus mehr als 60 Jahren Schaffenszeit. Zu sehen sind monumentale Gemälde und Holzschnitte, darunter Porträts von Künstlerfreunden, Ikonen der Musik- und Kulturszene sowie epische Naturdarstellungen.
Gertsch beeindruckt durch seine fotorealistische Präzision und handwerkliche Perfektion. Seine Werke, die durch Größe und Detailtreue bestechen, schaffen eine intensive Verbindung zwischen Nahsicht und Fernwirkung, Abstraktion und Gegenständlichkeit – und bewahren dennoch stets ein geheimnisvolles Element. Vom Pop Art beeinflusst, schuf er großformatige Werke, die oft auf eigenen Fotografien basieren, welche er mit Diaprojektion auf die Leinwand übertrug.
Nach einer Japanreise 1986 konzentrierte sich Gertsch auf Holzschnitte, die durch ihre monumentale Präsenz und aufwändige Fertigung herausstechen. Diese einzigartige Technik stellte für ihn einen neuen künstlerischen Ausdruck dar, in dem Natur und Landschaft zentrale Themen wurden.
Diese retrospektive Ausstellung wurde vom Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk, Dänemark noch in enger Zusammenarbeit mit dem im Dezember 2022 verstorbenen Künstler und seiner Familie sowie mit der großen Unterstützung des Franz Gertsch Museums in Burgdorf realisiert und für die Hamburger Station um über 20 Werke aus verschiedenen Schaffensphasen erweitert. Sie gibt einen umfassenden Überblick über Gertschs vielseitiges und beeindruckendes Schaffen und zeigt anhand der ausgewählten Werke wichtige Stationen sowie wiederkehrende Themen auf (Kuratorin: Kirsten Degel, Curator & Head of Collection Louisiana Museum of Modern Art).