Mit „Fast ein Paradies – Kolonialzeitliche Fotografie in der Gegenwartskunst“ zeigt das Museum Rietberg eine Ausstellung, die weit mehr ist als ein klassischer Museumsbesuch – sie ist ein visuelles Re-Reading von Geschichte. Internationale Artists greifen auf Archive, Fundstücke und eigene Bildsprachen zurück, um koloniale Narrative aufzubrechen und neu zu erzählen. Fotografie wird hier nicht als statisches Dokument verstanden, sondern als aktives Medium, das Erinnerung formt, verschiebt und hinterfragt.
Die Schau entfaltet sich in vier Kapiteln – von Archivarbeit über Konfrontation bis hin zu Fürsorge und spekulativen Bildwelten – und bewegt sich souverän zwischen Fotografie, Collage, Film und Installation. Namen wie Omar Victor Diop, Rosana Paulino oder Wendy Red Star stehen für eine globale Perspektive, die Geschichte nicht festschreibt, sondern neu verhandelt.
Und das Setting? Kaum besser denkbar: Das Museum Rietberg zählt zu den beeindruckendsten Kunsthäusern der Schweiz – wunderschön im Park gelegen, eingebettet in ein weitläufiges Areal aus historischen Villen, Remise und dem ikonischen Smaragd-Neubau. Ein Ort mit Geschichte und Atmosphäre, an dem einst schon Richard Wagner an „Tristan und Isolde“ arbeitete. Zwischen Buddha, chinesischer Keramik und afrikanischen Masken wird hier in kürzester Zeit ein globaler Perspektivwechsel möglich.
Zu sehen vom 16. April bis 6. September 2026 in Zürich.