STUDIO NONSENS ist ein Creative Studio, gegründet von Lisanne Kurth und Stefanie Schellwies, zwei Art Directorinnen, die eine Leidenschaft für herausragendes Design mit durchdachtem Konzept teilen. Seit 2016 arbeiten sie als Kreativ-Team zusammen, weil sie daran glauben, dass großartige Projekte niemals nur von einem einzigen Geist geschaffen werden. Wir stellen Euch das sympathische Team auf GoSee vor.
Könnt ihr uns mehr über euch erzählen?
Unser Ziel ist es, Nonsens in diese wilde, wundervolle Welt zu bringen, besonders für Mode-, Beauty- und Lifestyle-Kunden. Wir verbinden einen stark ästhetischen Ansatz mit strategischem Denken, verschmelzen Bilder mit Worten und formen kreative Visionen zu tatsächlichen Marken und Kampagnen. Wir bewegen uns zwischen Design und Art Direction, klassischer Grafik und insbesondere Buchdesign sowie zwischen großen Kampagnenshootings und freien oder ehrenamtlichen Projekten. Eine Idee von Anfang an zu begleiten und eine konzeptionelle Basis zu schaffen, ist unser Sweet Spot.
Was inspiriert euch dazu, Projekte mit solch einer Bandbreite von Disziplinen zu verfolgen?
Unsere Inspiration kommt aus der Vielfalt der Ideen und der Möglichkeit, mit verschiedenen Medien und Formaten zu experimentieren. Wir lieben es, uns nicht auf eine Disziplin zu beschränken, sondern in verschiedene Bereiche einzutauchen und kreative Herausforderungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln anzugehen.
Woran arbeitet ihr aktuell?
Dieses Jahr haben wir bereits eine Duftkampagne für einen neuen Duft unseres Kunden Emil Élise umgesetzt und Jung von Matt Neckar bei einer internationalen Kampagne für den Kosmetikkunden Catrice unterstützt. Bei beiden Projekten steht das Konzept mit Kampagnen- und Bildideen und bei Emil Élise sogar mit Naming und Dufttexten im Fokus.
Zudem haben wir ein Buch mit der Analogfotografin und Flinta*-Aktivistin Lebefrauu gelauncht. Vor einem Jahr hat sie gemeinsam mit der Texterin Kristine Ringe Designer*innen für ihre Buchidee gesucht und uns durch einen Instagram-Aufruf ausgewählt. Ein tolles Match, bei dem wir unserer Leidenschaft für Buchdesign nachgehen und unserer Kreativität unter dem Stern einer für uns wichtigen Meinung und Einstellung freien Lauf lassen können. Spiel mit Typographie, Worten, Bildern – mitunter ein Scan unserer Pos und Brüste. Um stigmatisierte Themen im Kosmos von Frauen und Flinta* sichtbar zu machen.
Was hat euch besonders an dem Buchprojekt mit Lebefrauu gereizt?
Das Projekt mit Lebefrauu war besonders, weil es uns ermöglicht hat, nicht nur kreativ zu arbeiten, sondern auch ein starkes Statement zu setzen. Es geht nicht nur um Design, sondern auch darum, gesellschaftliche Tabus zu brechen und Themen sichtbar zu machen, die uns persönlich am Herzen liegen.
Wie hat sich eure Zusammenarbeit seit 2016 entwickelt und welche Meilensteine habt ihr erreicht?
Als wir uns 2016 in einer Hamburger Designagentur für Mode und Beauty kennengelernt haben, haben wir bereits gemeinsam Ideen gesponnen und Nächte in der Agentur verbracht, um Projekte besser zu machen und unsere Portfolios zu erweitern. Seit jeher sprechen wir die gleiche Sprache und können mit wenigen Stichworten auf WhatsApp kreative Ideen und Feedback austauschen. Das ist wirklich sehr wertvoll. Das eigene Design zu feedbacken und zu optimieren, ist oft schwer, und zu zweit gibt es immer eine Person, die mit einem frischen Blick draufschauen kann und den extra Sparkle mit reinbringt. Wir sind keine Alleinkämpferinnen und glauben daran, dass Projekte durch verschiedene Blickwinkel besser werden.
Neben unserer Arbeit an Konzepten und Designs ist uns eine Vision und Zielsetzung sehr wichtig. Seit 2016 gibt es in unserer Zusammenarbeit jedes Jahr aufs Neue Meilensteine, die wir uns setzen und erreichen wollen. 2016 war es die Frage: „Was müssen wir noch lernen, um uns selbstständig zu machen?“ Also sind wir los und haben noch bei großen Agenturen wie Select Worldwide oder Jung von Matt gearbeitet, um große Produktionen und Marken zu begleiten. Projekte und Pitches für Kunden wie Adidas, Zalando, Mercedes-Benz, Bugatti, Wella, Fifa Esports etc. Als wir uns dann 2020 entschieden haben, zu gründen, war das Ziel, dass beide Gründerinnen drei Monatsgehälter zurücklegen, um abgesichert in die Selbstständigkeit zu starten. Dass wir sowohl Kunden- als auch freie Projekte angehen können. Das haben wir innerhalb von sechs Monaten mit Side-Projekten geschafft, und darauf sind wir auch heute noch stolz. Kein Kredit. Keine Darlehen. 2021 die offizielle Gründung von Studio Nonsens.
Jetzt setzen wir jedes Jahr einen Leuchtturm für das Jahr. Dieses Jahr: unternehmerischer zu handeln und zu denken. Das bedeutet, dass wir neben den kreativen Projekten unsere Sichtbarkeit nach außen und ganz besonders unser finanzielles Setup durchleuchten. Am Anfang waren wir zwei Art Direktorinnen mit einer Vision, die ausschließlich tolle Kreationen machen wollten. Das hat sich durch das eigene Studio schnell weiterentwickelt. Heute sind wir sowohl Designerinnen und Art Direktorinnen als auch Buchhalterinnen, Projektmanagerinnen, Chefinnen, Produktionerinnen, Set-Designerinnen, Accounterinnen… you name it. Aus diesem Grund haben wir dieses Jahr unser Team und Netzwerk vergrößert, um mehr Projekte mit verschiedenen Anforderungen umsetzen zu können und uns wieder mehr der Vision und der Kreativdirektion widmen zu können. Mitte des Jahres werden wir uns weiter vergrößern und mit Lisanne einen zweiten Standort in Köln eröffnen.
Wie schafft ihr es, trotz dieser Vielfalt und Verantwortung, kreativ zu bleiben?
Kreativität ist unser Antrieb, und sie bleibt lebendig, indem wir uns immer wieder neue Herausforderungen suchen. Das bedeutet auch, dass wir uns Freiräume schaffen, in denen wir experimentieren können, sei es durch persönliche Projekte oder den Austausch mit unserem Netzwerk. Unsere unterschiedlichen Perspektiven und Stärken helfen uns dabei, uns gegenseitig zu inspirieren und die Kreativität immer wieder neu zu entfachen.
Wie kombiniert ihr eure individuellen Stärken – Lisannes strategisches Design-Denken und Stefanies Geschichtenerzählen – in euren Projekten?
Da wir im Grunde eine ähnliche Basis an Design-Skills haben, können wir beide je nach Anforderungen eines Projekts konzipieren, skizzieren, präsentieren, gestalten und umsetzen. Dennoch bringt jede von uns ihre Stärken mit, die wir, wenn es geht, gezielt auf die Aufgaben ansetzen. Lisanne ist Kunstliebhaberin und visueller Rebell. Sie übernimmt, wenn es darum geht, eine neue Visualität oder eine neue Richtung im Design zu finden. Ihre Superpower: Neugierde, Recherche, Trends sehen, bevor sie entstehen, und no rules einfach ausprobieren. Sie hat einen kreativen, inneren Kompass und setzt sich täglich mit Trends und neuen Ideen auseinander. Dazu kommt, dass sie sehr strategisch denkt. Jedes Konzept und Design hat Hand und Fuß. Sie findet die besten Sprungbretter für Konzepte und Designs aus den verschiedensten Themen.
Stefanies Fokus liegt auf Konzept, Worten und Storytelling. Sie ist eine Ideenmaschine und kann mit nur wenigen Impulsen und Stichworten komplette Welten erdenken und Kampagnenkonzepte spinnen. Alles Visuelle wird mit Worten, Claims und ersten Headlines angereichert. Sie denkt sich Duftnamen aus, setzt Dinge in Kontext und hat immer eine Film- oder Musikreferenz parat und direkt Bilder im Kopf – meistens bewegt. Nichts geht ohne Storytelling und Lyrics… oder vielmehr schon direkt mit einem Storyboard, in dem etwas explodiert (sinnbildlich versteht sich). Aber: 2+1=Unendlich. Im Kern sind wir, Lisanne Kurth und Stefanie Schellwies, ein Kreativ-Duo. Aber nur zu zweit würden wir bei weitem nicht so viele tolle Ideen haben und Projekte umsetzen können. Daher arbeiten wir, wo immer es geht, mit unserem Netzwerk zusammen. Menschen aus den Bereichen Fotografie, Strategie, Text und Grafik – immer abgestimmt auf die individuellen Kundenanfragen und Projekte.
Gibt es ein Projekt oder eine Kampagne, auf die ihr besonders stolz seid?
Die Zusammenarbeit mit der Nischen-Parfümmarke Emil Élise macht uns sehr stolz. Die Marke ist einer unserer ersten Kunden, bei dem wir unsere kreative Handschrift ausleben konnten. Wir haben gemeinsam mit dem Team der Marke das Branding und die Visualität entwickelt und sowohl die Duftnamen erfunden als auch die Foto-Produktionen geleitet. Mit dem Fotografen Yves Borgwardt und der Stylistin Saskia Schmidt konnten wir so eine sinnliche und mutige Bildwelt schaffen und die Düfte und deren Welten auf eine besondere Weise darstellen. Beyond reitende Schauspielerin auf Pferd oder Lilie drapiert auf Boden. Vetiver und Zitrusnoten werden ein Tanz auf Gänsehaut, Moschus und Zitrus werden zur Hangover-Meditation zwischen Partynacht und Erfrischung am nächsten Morgen, Grapefruit wird von einem Latexhandschuh zerquetscht für den Duft "Going Bang". Neben den jährlichen Kampagnen betreuen wir die Marke auch mit POS- und PR-Ideen. Wie beispielsweise ein Fragrance Tasting, bei dem die sechs ersten Düfte der Marke mit Sensationen fernab des Riechens probiert werden konnten. Hat dir schon mal eine Domina Grapefruit in den Mund geträufelt? Oder ein Szechuan Pfeffer deine Zunge mit kleinen Elektroschocks zum Tanzen gebracht?
Wie schafft ihr es, den Charakter einer Marke in euren Designs und Kampagnen einzufangen?
Wir tauchen immer in die Essenz der Marke ein und arbeiten eng mit unseren Kunden zusammen, um ihre Werte, Mission und Vision der Marke durch intensive Gespräche und Workshops herauszufinden. Unsere Recherche in die Kultur, Geschichte und Zielgruppe der Marke ermöglicht ein umfassendes Verständnis und eine strategisch fundierte Gestaltung. Design with a concept! Oft beginnen wir mit einem Blatt Papier und einer Mindmap, um Gedanken, Stichworte und Bilder zu sammeln. Welche Stichworte, Blickwinkel und absolut konträre Themen fallen uns ein? Welche Bilder kommen im Kopf hoch? Das alles kommt in eine Mindmap. Dann geht’s in die visuelle Recherche. Wie kann man mit Grafiken, Bildsprache, Space, Farben, Schriften ein Thema darstellen und eine Atmosphäre erzeugen? Mit diesem Potpourri im Kopf geht es in die Verfeinerung mehrerer Konzepte und ins Finetuning und Skizzieren.
Was sind eure Pläne für die Zukunft? Gibt es noch unerfüllte Träume?
Unser Fokus liegt momentan auf der Weiterentwicklung unseres Studios. Mit der Eröffnung eines zweiten Standorts in Köln wollen wir neue Märkte erschließen und unsere Reichweite erweitern. Langfristig träumen wir davon, ein eigenes Produkt zu entwickeln – etwas, das unsere Design-Philosophie und Kreativität auf eine ganz neue Weise ausdrückt. Und natürlich möchten wir weiterhin Projekte angehen, die uns herausfordern und uns die Möglichkeit geben, etwas Bedeutendes zu schaffen.
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