In diesem einzigartigen Fotoprojekt haben mehr als 60 international bekannte Mode- und Kunstfotograf*innen gemeinsam mit Menschen mit Down-Syndrom Porträts und Foto-Serien entwickelt. Unter professionellen Studio-Bedingungen sind dabei überraschende und einzigartige Bilder entstanden. Unter den Porträtierten befinden sich bekannte Schauspieler*innen wie Sarah Gordy (GB) und Lily Moore (USA), doch die meisten der Abgebildeten führen ein Leben abseits des Rampenlichts.

„Radical Beauty“ verwischt die Grenzen zwischen verschiedenen Disziplinen und zeigt beeindruckende Werke, die das Spiel mit Rollen und visuellen Experimenten betonen. Sie spiegeln die Persönlichkeiten der Porträtierten wider, sei es durch intime Zärtlichkeit, realistische Blicke oder pure Lebensfreude – das Projekt feiert die Vielfalt menschlicher Erfahrungen und hebt die Bedeutung einer inklusiven Gesellschaft hervor.

„Radical Beauty“ wurde 2018 vom britischen Kollektiv Culture Device ins Leben gerufen – einer Gruppe von Down-Syndrom-Performern, die bereits im Londoner Royal Opera House, der Tate Modern und im Southbank Centre aufgetreten sind. Unter der künstlerischen Leitung von Daniel Vais hat sich das Projekt zu einer globalen Initiative entwickelt, die zur Sichtbarkeit von Menschen mit kognitiven Behinderungen beiträgt und ihnen eine Bühne bietet.

Die Ausstellung in Berlin wurde von Nadine Barth kuratiert. „Was mich an dieser Ausstellung besonders fasziniert? Die Bilder strahlen eine Selbstverständlichkeit aus. Sie sind stark und prägnant, exzellente Mode- und Porträtaufnahmen, die erst auf den zweiten Blick ihre tiefere Bedeutung offenbaren. Diese zusätzliche Ebene macht sie besonders und unterstreicht, warum diese Ausstellung so wichtig ist“, so Nadine Barth zu GoSee.

Wie das Projekt nach Berlin kam? „Das Projekt wurde von Daniel Vais (Creative Director, Culture Device, London) initiiert und betreut. Katharina Mouratidi vom f3–Freiraum für Fotografie hat organisiert, dass die Ausstellung nach Berlin kommt. In London wurde eine kleine Auswahl des Projektes im 180 Strand, Temple, London gezeigt, aber nur für einen Abend, inklusive Dinner. Dies wurde unter anderem von der Pictet Group unterstützt, die auch den Prix Pictet organisiert. Für Berlin wurden nun alle Prints neu produziert, und ich habe die Motive aus dem Pool der Fotografen ausgewählt, die Größen für den Raum festgelegt und den Installationsplan entworfen“, erklärt Nadine Barth.

Die Ausstellung zeigt Werke, die das Spiel mit visuellem Stil und den Umgang mit außergewöhnlichen Themen aufgreifen. Die Londoner Modefotografin Sammy Baxter inszenierte mit ihrem Model Lara Wates eine dystopische Szene, in der die Akteurin vor kräftig bunten Hintergründen mit mysteriösen Armen kämpft. Brian Griffin, bekannt für seine Popmusiker-Porträts, schuf eindrucksvolle Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die an Albumcover erinnern. Erwin Olaf zeigt seine Protagonistin, die schwerelos in schäumendem Wasser zu schweben scheint – das Ergebnis einer geschickten Manipulation des Filmmaterials. Zuzu Valla, eine Fotografin, die sich als Fürsprecherin für Menschen mit Behinderungen versteht, porträtiert Drag-Queens und Drag-Kings mit Down-Syndrom.


Daneben gibt es Fotos von Natalia Evelyn Bencicova, Paul Brain, Thomas Dodd, Scallywag Fox, Ilka & Franz, Diana Gomez, Eric Gyamfi, Gottfried Helnwein, Samuli Karala, Marc Lamey, Eva Losada, Marinka Masséus, Stephen Maycock, Cameron McNee, Jorge Monedero, David Newby, Erwin Olaf, Zeynep Yeşim Özkanca, Elizaveta Porodina, Perttu Saksa, Antonia Steyn, Liron Weissman und Zuzia Zawada zu sehen.

Nadine Barth ist eine erfahrene Kuratorin, die seit mehr als 20 Jahren Kunstprojekte organisiert. Ihr Label barthouse culture concepts bringt Text, Bilder und Raum in Einklang und kümmert sich um Veröffentlichungen, Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen. Sie arbeitet für Unternehmen, Verlage, Galerien und Museen und berät Künstler. Zudem engagiert sie sich in Projekten für junge Menschen und wohltätige Zwecke.

"Radical Beauty“  7. März – 25. Mai 2025
Eröffnung: Donnerstag, 6. März 2025, 19 Uhr
f3 – Freiraum für Fotografie
Waldemarstraße 17, 10179 Berlin
Mi – So: 13 – 19 Uhr
Eintritt: 6 €, ermäßigt: 4 €
Website: www.fhochdrei.org | Instagram: @fhochdrei

Eine Ausstellung im Rahmen des EMOP Berlin – European Month of Photography