Nach ihrem Marketing- und Kommunikationsstudium in Hamburg absolvierte Claudia Scholtan ein Praktikum bei einem renommierten Modefotografen, wo sie dann ihre folgenschwere Leidenschaft für das Styling entdeckte. Sie begann dann ihre Styling-Karriere als Modeassistentin bei dem Magazin Brigitte, gefolgt von der Position der Moderedakteurin bei der MAXI sowie der der Elle. Danach war sie stellvertretende Modedirektorin des TUSH Magazins. Seit 2007 arbeitet Claudia Scholtan von Hamburg aus in der ganzen Welt als freiberufliche Mode- und Werbestylistin und Beraterin.

Wir zeigen Dir unter anderem die aktuelle und von Claudia Scholtan gestylte SEIDENSTICKER-Kampagne featuring Model Esther Heesch und Aleksandar Rusic fotografiert von Lea Wormsbach bzw. eine schöne AUDI Kamagne, ebenfalls gestylt von Claudia. Und haben sie für unser STYLIST SPEZIAL zu aktuellen Themen befragt.

Ist Nachhaltigkeit in der Mode ein Thema in Hamburg?

Nachhaltigkeit ist in Hamburg ein Thema, na klar. Leider ist seit den 90ern aus dem einst so schönem Handwerk eine globale Massenproduktion geworden. Fast Fashion! Daher ist es toll, dass es auch einen Gegentrend gibt, wie hier in Hamburg, wo viele Läden versuchen auf nachhaltige Eco Linien zu setzen oder in Geschäften nachhaltige Labels zu unterstützen. Für meine Jobs versuche ich auch immer bewusst und nachhaltig zu arbeiten.

Welche Labels hast Du aktuell auf dem Schirm?

Meine aktuellen nachhaltigen Labels to watch sind skallstudio.com, mapleton.de und sogoodtowear.com. Und ich bin sehr gespannt auf die neuen Kollektionen von Phoebe Philo (sie kündigte für Januar 2022 ihr eigenes Label mit LVMH als Minderheitsinvestor an) und BALENCIAGA.

Hat Covid die Mode verändert? 

Durch das erzwungene Homeoffice, ist die Mode sehr bequem geworden (Jogging- und Gymnastikhose, Sneaker...). Das Interesse an neuer Business-Kleidung ist erst einmal fast in Vergessenheit geraten. Fehlende Events spielen natürlich auch eine große Rolle und die Anerkennung anderer fehlt komplett. Leider sind es gerade unglamouröse Zeiten. Aber Corona führt hoffentlich dazu, die Systeme grundlegend zu überdenken. Die Modeindustrie braucht ein radikales Umdenken.

Aktuell diskutiert man überall den Begriff Gender-Fluidity - ein Thema in der Mode? 

Klar, und für mich üerhaupt nicht neu. Wenn diese Thema in der Mode keinen Platz hat, wo dann? Ich habe für Magazine immer wieder geschlechtsneutrale oder androgyne Modeproduktionen u umgesetzt. Mode ist hierfür die perfekte Plattform. Der Markt der gender fluidity Mode wächst. Marken die mir einfallen sind Devon Yan oder Marc Jacobs - er war einer der ersten Designer, der eine Kollektion für eine nicht bestimmte Genderidentität designte. Ich bin froh, dass wir in einem Land leben, wo Meinungsfreiheit von Bedeutung ist. Zum Thema zeige ich Euch die schöne Strecke aus der TUSH (2009) „Love me Gender“ von mir und Fotograf Ralph Mecke mit Model Bartosz Borowiec (Hair Stelli, Make up Loni Baur).

Claudia Scholtan wird repräsentiert von KLAUS STIEGEMEYER, Hamburg. GoSee : kstiegemeyer.de