Elna-Magret zu Bentheim ist derzeit ganz sicher eine der schillerndsten Figuren im Deutschen Feuilleton. Die studierte Kommunikationswissenschaftlerin arbeitete in Agenturen wie Bel Epok für Modekunden bevor sie dem Ruf der Liebe auf ein fürstliches Schloss im verträumten Münsterland folgte. Über Nacht Erbprinzessin derer zu Bentheim und Steinfurt, kurz darauf Mutter und Geschäftsführerin und Partner des Modelabel Unrath & Strano, bei dem sie allerdings Mitte des Jahres ausstieg. Wir befragten die SCREENINGS 13-Jurorin zu ihrem glamourösen Alltag, zu Mode und erbaten für Euch ihre persönlichen Tipps für Berlin.

Was war das letzte grosse Ereignis auf dem man Dich gesehen hat?

Am letzten Mittwoch war ich bei der Eröffnung des Topshop Floors im Karstadt Düsseldorf. Es war ein tolles Event zu dem auch Celebrities wie Dita von Teese und Poppy Delevigne kamen. Das nächste wird schon am kommenden Donnerstag der Dreamball der DKMS in Berlin sein.

Wie viele Einladungen erhältst Du und wie wählst Du aus?

Ich habe jede Woche mehrere Einladungen. Ich wähle gezielt danach aus, in welchem Kontext sie stehen. Das heißt, ob es zum Beispiel Mode Events oder Charity Events sind. Sie müssen mich schon interessieren, sonst bleibe ich lieber zuhause. Dann schaue ich eben auch wo die jeweilige Veranstaltung stattfindet, wohin ich als nächstes reise und ob es zusammenpasst.

Es heisst Adel verpflichtet – gibt es da auch entsprechende Fix-Termine in Eurem Kalender?

Fixtermine die schon sehr früh feststehen, sind zum Beispiel große Hochzeiten. Dann gibt es noch einige Bälle zu denen wir jedes Jahr gehen. Dort trifft man die Vertreter der anderen Fürstenhäuser und kann sich in angenehmer Atmosphäre austauschen.

Du bist seit über einem Jahrzehnt beruflich in der Mode. Immer noch Dein Traum?

Definitiv! Ich werde nie müde mich mit diesem Thema zu beschäftigen. Mein Tag beginnt eigentlich jeden Morgen schon beim Frühstück mit dem Anklicken meiner liebsten Blogs und Seiten. Ich liebe es Style.com, fashionweekdaily.com, fabsugar.com und net-a-porter.com zu durchforsten. Dort finde ich viele meiner Inspirationen für Looks, die ich dann selber trage. Dieses und was ich den ganzen Tag so treibe, kann man erfahren wenn man mir auf Facebook www.facebook.com/ElnaMargretZuBentheim oder Instagram folgt www.instagram.com/elnamargretzubentheim. Mode gehört für mich essentiell zum Ausdruck meiner Persönlichkeit. Die Welt der Mode hat etwas leichtes und glamouröses, dennoch darf man nicht vergessen, dass dahinter ein knallhartes Business steht.

Was war Dein modisches Highlight für Dich in letzter Zeit? Das Foto mit Giorgio Armani? Magst du uns einweihen?

Das Treffen mit Leuten wie Giorgio Armani oder Dita von Teese sind wirklich Highlights. Mich interessiert dabei einfach was hinter diesen Seelen steckt, die es schaffen auf unterschiedliche Weise so viele Menschen zu begeistern. Giorgio traf ich zuletzt für einen ARD Beitrag über ihn und die Modewoche in Mailand. Er hat eine ganze Ära Mode beeinflusst und wenn man neben ihm steht, spürt man diese Energie sofort. Ich traf ihn schon einige Male und jedes Mal hat er mich wiedererkannt - und an meinem Outfit sofort entdeckt, wenn ich etwas von Armani trug - selbst bei Vintage Teilen (sagt sie lachend).

Man sieht dich oft in den diversesten Magazinen. Inwiefern hast Du Mitspracherecht?

Es ist mittlerweile so, dass ich auf allen öffentlichen Veranstaltungen die ich besuche fotografiert werde. Die Fotos landen dann über die Bildagenturen in verschiedenen Redaktionen - darauf habe ich keinen Einfluss mehr. Ein wenig anders ist es natürlich wenn ich ein Shooting mit Interview für ein Magazin habe, wie zum Beispiel im Oktober für L´Officiel Russia, wobei die Fotos wohl in der Dezember-Ausgabe erscheinen werden. Es wird sicher großartig werden.

Du lebst als Erbprinzessin mit bürgerlichem Background den Traum vieler Mädchen. Ein Leben in Rosarot?

Aus der Ferne mag das sicher aussehen wie ein Traum aus rosarotem Tüll (lacht). In der Realität prallen da oft zwei Welten aufeinander. Hier geht es um unterschiedliche Erziehungsmethoden, Traditionen und Glaubensformen. Das erfordert eben oft Kompromisse. Nun arbeite ich zudem in einer Branche die sehr schnelllebig ist, wo hingegen die Welt des Adels über Generationen plant. Ich sehe mich aber als eine Art Pionierin und das Ganze als eine Art Lebensherausforderung, die beiden Welten miteinander zu vereinen. Denn Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an.

Wichtig ist mir, mich nicht zu verstellen und mir und meinen Werten treu zu bleiben. Mit dieser Authentizität habe ich es bisher immer geschafft im Adel zu bestehen, auch wenn ich nicht aus "demselben Stall" komme. Ich habe schliesslich eine wundervolle Familie und diese möchte ich nicht verleugnen müssen.

Was sind Deine beruflichen Pläne für die Zukunft? Fernsehen, Magazin, Produktion ?

Es liegt bereits einiges auf dem Tisch, es ist aber noch nichts ganz spruchreif. Unter anderem arbeite ich gerade an einem Projekt für das Fernsehen. Leider kann ich zum heutigen Zeitpunkt noch keine Details verraten.

Wir haben uns sehr über Deine Zusage als Jurorin für unseren Scrreenings Award gefreut. Ist es das erste Mal das du so geballt – immerhin sind es über 80 Portfolios in der ersten Runde – mit Fotografie konfrontiert wirst?

Ich habe schon immer gerne mit Fotografen zusammen gearbeitet und somit natürlich auch viel Erfahrung im Bereich Fotografie, sei es vor der Kamera oder auch bei diversen Kampagnenshootings. Als Mode-Mensch kommt man unweigerlich Tag für Tag mit Fotografie in Berührung. Deshalb bin ich äußerst gespannt was mich an Inspiration bzw. an neuer Fotografie erwarten wird.

Die finale Entscheidung der Jury findet im Ritz-Carlton in Berlin auf der Update statt. Wirst Du dir auch den Event anschauen und sehen wir Dich auf der grossen After-Party?

Ganz bestimmt. Ich finde es spannend auf der Update einmal die Menschen kennen zu lernen, die hinter den Kreativen stehen, zumal ich noch nie auf der Update war - und natürlich ist eine Party immer ein schöner Abschluss.

Wir wissen Du hast ein grosses Faible für Berlin. Wo trifft man Dich wenn Du in der Hauptstadt bist?

Also ich liebe natürlich das gute alte Borchardts aber am allerliebsten entdecke ich Plätze wo ich vorher noch nie war. Das können temporäre Pop-Up Restaurants sein, oder der Hinterhof Thailänder wo es jeden Tag nur drei Gerichte gibt. Das ist so toll an Berlin, dass sich alles überall mischt. Berlin pulsiert zu jeder Tageszeit, man kann sich frei entfalten. Ich habe auch immer das Gefühl, dass sich nirgends so viele verschiedene Gruppen mischen und dabei so tolerant miteinander sind. Berlin liebt man oder man hasst es. Dazwischen gibt es nichts! Ich gehe im Moment gerne ins The Grand, Dudu und Rocco & Sanny.

Und Du als Berlin-Expertin : wo geht man als Frau hin um sich entsprechend einzukleiden?

Das kommt ganz drauf an was man möchte. Ich stöbere sehr gerne durch die Galerie Lafayette oder das KaDeWe. In Mitte rund um die Hakeschen Höfe findet man eher kleine Boutiquen. Das lohnt wenn man sich einfach mal Zeit nimmt zum Rumbummeln. Dann gibt es natürlich die Friedrichstrasse und den Ku´damm und die kleinen Straßen die davon abgehen. Berlin ist eine Modestadt ohne dass sie sich als solche aufdrängt. Viele tolle Designer wie Tomaszewski und Blame sitzen in Berlin und haben ihr Atelier dort - sind sozusagen zum Anfassen.

Hast Du auch ein Friseur-Tipp für uns? Oder Spa? Maniküre? Visagist? Geschenke in letzter Minute? Bestes Restaurant?

Ich bin ziemlich versiert auf dem Gebiet Haare, Make-up und Styling - ich mache mich zu 90% selber zurecht, denn das geht oft schneller als viele Stunden irgendwo zu sitzen. Wenn ich aber mal einen besonderen Look brauche, gehe ich zu Shan Rahimkhan am Gendarmenmarkt, die machen tolle Steckfrisuren. Beim Make-up kommt immer nur meine liebe Freundin und Make-up Artistin Betty Amrhein ans Werk und ein absolutes "Trüffelschwein" in Sachen Styling ist der Sytlist Jan Luckenbill.