FROM ist eine kuratierte Plattform zum Entdecken und Teilen echter Geschichten – erzählt in Bildern, die etwas bewegen. Ob Erinnerung oder Inspiration: FROM bringt Menschen, Orte und Ereignisse zusammen, die unsere Welt mit Achtsamkeit und Rückgrat betrachten. Die limitierten Editionen stammen aus realen Archiven – keine KI, kein Fake, nur authentische Perspektiven von echten Autor:innen.
Hinter der Idee steht Marie-Kristin Thiele – ehemalige Art Direktorin, Copy Writerin, heutige Kunstlehrerin und leidenschaftliche Geschichtensammlerin. Mit FROM hat sie eine Plattform geschaffen, die Herkunft neu denkt: als Ausgangspunkt für Wahrhaftigkeit, Kontext und nämlich als Ausgangs- und Anknüpfungspunkt. „Für FROM wählen wir Fotos aus bestehenden Archiven und kreieren daraus limitierte Editionen. Wir suchen nach wahrhaftigen Stories mit Rückgrat und Achtsamkeit für unsere Welt. Im Gegensatz zu KI fokussieren wir Authentizität. Wir arbeiten ausschliesslich mit Fotografien und Geschichten, die von Menschen erstellt wurden. Alle Autor:innen auf FROM haben eine aufrechte Haltung und Beziehung zu unserer Welt,“ so Marie-Kristin, die wir Euch im Interview auf GoSee vorstellen.
Was war Deine Idee hinter FROM – und wann wusstest Du, dass du sie wirklich umsetzen willst? Marie-Kristin: Schon als Kind fragte ich mich, warum die Leute sich dieses oder jenes in ihr Zuhause hingen. Und noch immer finde ich es super interessant, womit Menschen sich so umgeben! Während des Studiums spielte ich mit dem Gedanken dekorative Siebdrucke oder Stilleben-Fotos zu verkaufen. Aber die Idee für FROM kam, als KI wirklich einsetzte und man sich nicht mehr sicher sein konnte, was eigentlich noch echt ist. Ich wollte dem etwas entgegensetzen: etwas habtisches. Etwas wahrhaftiges.
Dein Logo erinnert an die alten Länderkennzeichen auf Autos – ein starkes Bild für Herkunft und Identität. Wie entstand die Idee, das Logo als Anspielung auf diese Autoaufkleber zu gestalten? Marie-Kristin: Ja, wie du sagst, es soll um die Herkunft, das Herleiten, das Erzählen gehen. Für FROM habe ich den Zweck dieser Aufkleber einfach umgedreht. Das Logo stellt die Frage nach der Herkunft. Es betont, dass jeder Mensch, jeder Umstand, jeder Gegenstand von irgendwoher kommt. Und deshalb eine Geschichte zu erzählen hat. Mit gefällt die Idee, dass all die Motive auf FROM aus den unterschiedlichsten Zusammenhängen kommen und dann auf FROM zusammenfinden. Eine kleine Wahlheimat.
Wer sind Deine Kund:innen – und was suchen sie auf FROM? Marie-Kristin: Tatsächlich kaufen die Leute Themen-spezifisch auf FROM. Viele waren mal an dem Ort, der im Motiv zu sehen ist, oder wünschen sich ein Pferd oder einen Büffel im Kinderzimmer, oder beschäftigen sich schon lange mit den Geschehnissen in der Westbank oder dem Sudan. Also, generell würde ich sagen, dass FROM-Kund:innen ziemlich gut informiert sind, darauf achten, dass ihr Zuhause ein schöner und gehaltvoller Ort ist und sie haben den Wunsch etwas Gutes zu tun.
Die Edition ‘Point of Views’ zeigt Arbeiten des jungen Dokumentarfotografen Ammar Yassir, der seine erste Kamera erst vor drei Jahren geschenkt bekam. Weniger als zwei Jahre später musste er mit seiner Familie vor dem Krieg im Sudan fliehen. Seitdem dokumentiert er sein Leben auf der Flucht. Wie hast du Ammar kennengelernt – und was hat dich an seiner Geschichte und seinen Bildern besonders berührt? Marie-Kristin: Letztes Jahr, im Advent hat das ZEIT-Magazin ein Stück über Ammars preisgekrönte Serie im Auffanglager in Südsudan gemacht. Die Bilder haben mich umgehauen. Ich habe ihm auf allen Kanälen geschrieben und quasi Kaltaquise bei ihm gemacht. Es dauerte ein bisschen, doch dann biß er an. Wir treffen uns immer nur online, ich in Hamburg-Altona, er in Kamapala, Uganda. Ammar ist eine wirklich herausragende Person, und das im zarten Alter von 19 Jahren. Er hat noch einen langen Weg vor sich: als Migrant, als Fotograf und einfach als Typ. Ich bin absoluter Fan!
Maria Sturm reiste ins Intag-Tal im Norden Ecuadors, um den seit den 1980er Jahren andauernden Widerstand der lokalen Bergbauern gegen internationale Minenkonzerne und für den Erhalt ihres fruchtbaren Landes fotografisch zu dokumentieren. Was war für dich ausschlaggebend, ihre Arbeit auf FROM zu zeigen – und welche Geschichte erzählt diese Edition für dich persönlich? Marie-Kristin: Die Story aus dem Intag-Tal spiegelt für mich die Ambivalenz, mit der wir leben. Wir wollen unseren Lebensraum irgendwie noch retten, aber gleichzeitig immer digitaler, noch technischer, noch flexibler werden. Leider scheint beides nicht zu gehen. Wir können nicht immer mehr High-Tech leben, ohne den Planeten umzupflügen und Millionen von Arten für immer zu zerstören. Maria Sturms Arbeit aus Ecuador ist schon einige Jahre alt, und dennoch ist sie omnipräsent, wenn wir ans Lieferkettengesetz denken, oder den Rechtsstreit zwischen dem peruanischen Bauern Saul Luciano Lliuya und RWE vor einigen Wochen. Das sind Themen, die so groß sind, weil sie die Existenz der Menschheit betreffen, dass sie im Portfolio von FROM nicht fehlen dürfen.
Können sich Fotografen bei Dir bewerben oder wie stellst Du Deine Editionen zusammen? Marie-Kristin: Ich stelle die Edition gemeinsam mit den Autor:innen zusammen. Wir gehen stundenlang durch Archive, ich lausche all den Anekdoten und Stories und irgendwann bleibt eine Geschichte so hängen, dass es diese sein muss. Die Editionen setzen sich fast immer narrativ zusammen: sie sollen die Geschichte erzählen. Für mich kommt die Geschichte zu erst, dann die Motive. Ich würde ein Bild, dass viel erzählt immer einem hübsch dekorativen Print vorziehen. Auch wenn FROM bis Mitte 2026 mit tollen Positionen und Geschichten durchgetaktet ist, freue ich mich immer, wenn mir eine tolle Geschichte mit schönen Bildern gezeigt wird. Sehr sogar.
Viele der gezeigten Arbeiten sind politisch aufgeladen – suchst du bewusst den Diskurs, oder ergibt sich dieser automatisch durch die Themen? Marie-Kristin: Ich glaube, dass alles politisch ist. Und ja, ich bin gesellschaftlich sehr interessiert und weltpolitisch ganz gut im Bilde. Alle Themen auf FROM sind akut und relevant, auch wenn die Motive schon 12 Jahre oder älter sind. Die Stories, die du bei FROM siehst, sind gewissermaßen die die Stories unserer Zeit.
Die Editionen gibt es unter from-this.world



