Michael Behrens ist Digital-Marketer der ersten Stunde und entwickelt seit mehr als 10 Jahren digitale Kommunikations-Konzepte. Seit seinem Einstieg bei Jung von Matt prägte er das Leistungsangebot sowie die Aufstellung des digitalen Bereichs der Agenturgruppe. Seit 2009 ist Michael Behrens Beratungsgeschäftsführer der Jung von Matt/next GmbH. Jung von Matt/next entwickelt und produziert mit 90 Mitarbeitern Digital-Plattformen, stationär wie mobil. Zu den betreuten Marken der Agentur gehören u.a. Mercedes-Benz, Edeka, Bosch und Nikon. GoSee traf Michael Behrens, Geschäftsführer Jung von Matt/next GmbH, persönlich in Hamburg. Hier für Euch das Interview.

Corporate Websites, Mobile- und Social-Media-Apps sowie digitale Kanäle für Branded Entertainment, E-Commerce und Content-Marketing stehen auf Eurer Service-Liste – kannst Du das für uns prozentual aufschlüsseln?

Das lässt sich heute wirklich nicht mehr trennen, weil innerhalb der Projekte viele verschiedene Leistungen benötigt werden. Nehmen wir als Beispiel eine Website im Responsive Design: Wie hoch ist der Anteil von „Website“, wie hoch von „Mobile“?

Was ist die Zukunft? Alles App-basiert?

Vieles von dem, was früher analog oder mit klassischer EDV bewerkstelligt wurde, ist bereits heute App-basiert. Man nehme z. B. MyTaxi: Eine App krempelt hier eine ganze Branche um, stellt das Geschäftsmodell der Taxizentralen alter Prägung massiv infrage. Treiber dieser Entwicklung sind allerdings nicht nur Apps, sondern die fortschreitende Mobilisierung ganz allgemein. Ihr wisst ja: Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen. Dass die Mobilisierung aber „die Zukunft“ ist, prognostiziere ich dennoch.

Werden die Daten bei euch auch werbe-technisch ausgewertet? Stichwort NSA?

In der klassischen Website-Analyse bleibt der individuelle Nutzer anonym. Registriert er sich hingegen, macht er das bewusst. Selbstverständlich muss mit seinen Daten dann ordentlich umgegangen werden. Keine Marke kann sich heute noch leisten, hier nicht hundertprozentig sauber zu agieren. Denn Social Media bringt vor allem auch für den Verbraucher kommunikative Macht und echte Transparenz – für Markenunternehmen ist es daher höchst nachteilig, wenn sie beim Umgang mit sensiblen Kundendaten Mist bauen.

Um das Stichwort NSA aufzugreifen: Hier ging es um das illegale Abfangen persönlicher Kommunikationsdaten. Da sind die von uns betreuten Marken und Firmen Opfer wie wir alle! Deren Kundendaten-Handling hat mit den Machenschaften der Geheimdienste nichts zu tun.

Ab welcher Größe ist ein Kunde für JvM interessant?

Letztlich kommt es vor allem darauf an, dass die Aufgabe spannend ist. Wir betreuen internationale Konzerne, Mittelständler und kleine Startups. Dass sie allesamt bei uns gut aufgehoben sind, zeigt sich auch daran, dass wir einige von ihnen seit über 10 Jahren betreuen.

Online ist schnell. Wie schnell seid ihr?

Wir sind bisweilen extrem schnell! Geschwindigkeit ist aber nicht alles: Durch die Mobilisierung explodiert die Zahl der zu bedienenden Devices geradezu und die wachsende Bedeutung von Social Media führt zu immer mehr komplexen Schnittstellen – um nur zwei Aspekte zu benennen. Gründlichkeit geht hier gelegentlich vor Geschwindigkeit – wenngleich das nicht so gedeutet werden soll, dass wir langsam wären.

Wie haltet ihr euch auf dem aktuellen Programmier-Stand der Dinge?

Nicht zuletzt durch die ständige Weiterbildung in Seminaren und auf Konferenzen, auf denen wir auch als Speaker präsent sind. Und mit der JvM-Academy haben wir ein Angebot geschaffen, das kreative Talente ausbildet und unsere Mitarbeiter weiterbildet. Letztlich gibt es wohl auch kaum eine Branche, die Tag für Tag so viel Lern- und Veränderungsbereitschaft verlangt, wie unsere. Das trainiert wirklich ungemein!

Bosch, EDEKA, Mercedes-Benz .... absichtlich nur deutsche Kunden?

Wir beschränken uns hier keineswegs. Deutschland bietet nun mal sehr starke Marken und wir haben das Glück, einige der stärksten zu betreuen. Wir arbeiten in der Gruppe aber natürlich auch für nicht-deutsche Marken wie Jim Beam, Nikon, Ricola oder Vodafone. Und mit unseren Agenturstandorten in Österreich, der Schweiz, Schweden, Polen, der Slowakei, Tschechien und China haben wir ein belastbares Netzwerk. Damit sind wir zwar nicht weltweit präsent, aber keineswegs auf deutsche Kunden oder den deutschen Markt beschränkt. Viele unserer Kunden werden aus Deutschland heraus international betreut.

Wen habt ihr denn bspw. international auf der Kundenliste?

Zalando ist da ein gutes Beispiel. „Schrei vor Glück“ wurde in den 14 Kernmärkten Europas und in 13 weiteren Märkten in Asien, Brasilien, Südafrika, etc. gelauncht – und dabei eben nicht nur übersetzt, sondern individuell für jedes Land gedreht (wir zeigen Euch hier auf GoSee als Erinnerungsstütze den allerersten Spot sowie zwei ScreenShots zur Erfolgsgeschichte). Oder Mercedes-Benz: Hier haben wir mobile Markenportale für Tablets und Smartphones in über 35 Ländern ausgerollt, jeweils individuell an die lokalen Gegebenheiten angepasst; allesamt übrigens – Thema Geschwindigkeit – in kaum 12 Monaten.

International führt uns zum Stichwort Cannes. JvM ist in 2014 wieder dabei. Könnt ihr schon was zeigen?

Natürlich wird noch nichts verraten ;-) Ihr dürft aber gespannt sein! Unter anderem auf eine Arbeit für einen Kunden, der auf den Kreativ-Festivals in der Vergangenheit nicht übermäßig präsent war...

Was erwartet ihr als Agentur von 2014? Seht Ihr Trends?

An vielen Stellen spürt man, das emotional packende Kreation und intelligent eingesetzte Technologie nicht mehr als Gegensatz begriffen werden. Wir brauchen nämlich beides – nicht nebeneinander, sondern miteinander. Da werden wir 2014 als Agentur und als Branche weiter deutliche Fortschritte machen.