2025 findet EMOP BERLIN, der European Month of Photography, bereits zum 11. Mal statt. Das Motto von Deutschlands größtem biennalen Fotofestival lautet dieses Mal 'was zwischen uns steht' und thematisiert politische Spannungen und die Fragilität demokratischer Werte. Museen, Galerien, Botschaften, Fotoschulen und Projekträume – zeigen in 100 Ausstellungen ein breites Spektrum fotografischer Positionen.

Das Fotografinnen Kollektiv HERSPECTIVE präsentiert mit „Passing Distance“ Werke von 24 Fotografinnen, die sich mit dem Thema Distanz und Nähe auseinandersetzen. Die Ausstellung, die von Trine Skraastad und Tobias Laukemper kuratiert wird, reflektiert die vielfältigen Dimensionen menschlicher Beziehungen und Wahrnehmungen in einer zunehmend fragmentierten Welt.

Die HERSPECTIVE Fotografinnen betrachten den Zwischenraum: Bei einem Passiermanöver in der Schifffahrt wird der erforderliche Abstand passing distance genannt. Welche Distanz ist zu welchem Zeitpunkt erforderlich, um eine sichere Vorbeifahrt zu gewährleisten? Es braucht Konzentration, Kommunikation, Vertrauen und Verlässlichkeit um Abstände einzuhalten. Wenn das Recht der Stärkeren gilt, ist eine Kollision möglich, Reibung, Energie und Spannung treten auf. Die Ausstellung fragt: Was bedeutet der Zwischenraum im fotografischen Diskurs? Wird er enger, weil jede Position Ansprüche hat? Was geschieht, wenn er sich so sehr ausdehnt, dass die gemeinsame Verbindung abbricht?

Die Arbeiten bieten Einblicke in eine breite Palette fotografischer Praktiken und Themenschwerpunkte. Jede der Arbeiten fordert den Betrachter heraus, die eigene Wahrnehmung und die unsichtbaren Grenzen zwischen Nähe und Distanz zu hinterfragen. Wir sehen, es gibt keine einfachen Antworten. Es wird kein festes „Wahrheitsbild“ konstruiert, es geht vielmehr darum die Unsicherheit und Komplexität in menschlichen Beziehungen und globalen Gesellschaften zu akzeptieren.

Auf einer Langen Zugreise durch die Steppe von Kasachstan erzählt ANNE MOLDENHAUER von der gemeinsamen Herausforderung, in einem Land von unermesslicher Weite zu leben, BETTINA THEUERKAUF konfrontiert den Besucher mit den Konsequenzen der Post-Moderne. Die Südafrikanerin DANIELA MÜLLER-BRUNKE beschäftigt sich mit der Kultur des Großwildjagdens und JULIA MARIE WERNER zeigt inszenierte Portraits von psychisch Erkrankten, die als „Fashion Stars“ gestylt sind, und verbindet damit ihre Leidenschaft für Fotografie mit ihrer persönlichen Geschichte.

MEIKE KENN reflektiert auf ihrer USA-Reise während der Wahl über die performative Inszenierung in Politik und Medien, die sie an Wrestling-Kämpfe erinnert, und verschiebt mit ihren Collagen die Grenzen von Fiktion und Wahrheit. MURIEL LIEBMANN erkundet die Spuren und Narben des weiblichen Körpers nach einer Krebserkrankung und zeigt diesen als lebendiges Mosaik aus Schmerz, Heilung und Transformation.

Das ehemalige Einkaufszentrum im Herzen Neuköllns bietet als Ausstellungsort eine spannende Kulisse. Vor seiner heutigen Nutzung für verschiedene Veranstaltungsformate diente es als Unterkunft für Geflüchtete. Auf vielen Ebenen sind gelebte Geschichten von Raum, Schicksalen, Hoffnung und Kampf mit dem Raum verwoben.

Herspective Photographers ist ein Zusammenschluss von Fotografinnen, um durch gezielte kulturelle Aktionen wirksam zu sein. Unterstützung, Sichtbarkeit und Handlungsspielraum für jede Einzelne sind die erklärten Ziele. Die mehr kommrzielleren Arbeiten präsentieren die sympathischen Fotografinnen auch in diesem Jahr wieder auf der UPDATE am Freitag 16. Mai im Telegraphenamt Berlin.

Eröffnung 1. MÄRZ 2025 mit DJ RUEDE HAGELSTEIN

Finissage 8. MÄRZ 2025 mit DJ NATASCHA KANN

Herspective Photographers c/o CANK

Karl-Marx-Straße 95

12043 Berlin – Neukölln

herspective.de

emop-berlin.eu